Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1294883
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Oberitalien. 
Mailänäisclme 
Schule. 
Anschaulichkeit, dass, wenn sie mit mehr Zierlichkeit verbun- 
den wäre, er hierin Wenige seines Gleichen haben würde. Es 
ist da eine Gruppe spielender Soldaten, wo auf jedem Gesichte 
die Aufmerksamkeit und Gewinnlust zu lesen ist. Auch im 
Zartcn sind einige sehr schöne Köpfe, wenn gleich die näch- 
sten wie die fernstcn gleich kräftig gehalten sind. Grossartig 
und wohl verstanden ist das ßaukünstlerische in den Thoren 
und Häusern von Jerusalem, und ganz mit dem perspectivi- 
"sehen Zurückweichen, das man damals an dieser Schule so 
schätzte. Auch behält er noch den unter den Mailändern bis 
auf Gnu denzio dauernden, obwol lange zuvor in andern 
Schulen nbgeschafften Kunstbrauch bei, etwas Plastischcs in 
den Gemälden beizumengen und somit erhabene Heiligen- 
Scheine, Menschen- und Pferdeschmuck anzubringen. 
Am brogio aus Fossano, einem Orte im Piemontischenls), 
derselbe, welcher in der grosscn Karthause zu Pavia die gross- 
artige Giebelseite der Kirche zeichnete, war Baumeister und 
Maler. In der vorerwühnten Kirche ist ein Bild, welches von 
ihm , oder seinem Bruder seyn soll; hinsichtlich des Pinsels 
nicht so fein als Mantegna, im Geschmack aber ihm nicht 
sehr unähnlich. A n d r e a M i l a n e s e , welcher in einer An- 
merkung zu Va s a ri mit A n d r e a S a l ai verwechselt wird, 
erwarb sich Zan et ti's Beifall durch ein schönes Bild in 
Murane vom Jahre 1495 und scheint sich in Venedig gebildet 
zu haben. Ich kann B ottari nicht zugeben, (lass er einer 
und derselbe mit Andrea del Gobbo sei, den Vasari im 
Leben Coreggiws nennt; denn dieser war Gaudenziavs 
Anhänger (Lomazzo Tratt. c.  Um dieselbe Zeit blühte 
Stefano Scotto, Meister des Gaudenzio Ferrari, den 
Lomazzo seiner Arabesken wegen sehr rühmt. Aus seinem 
Geschlechte stammt vielleicht ein Felice Scotto, der in 
Como viel für Privaten und in S. Croce sehr achtbare Bilder 
i 
18) Viele jetzt zu Piemont gehörige Orte waren ehedem mailändisch, 
wie mehrmal bemerkt worden. Die Stadt Vercelli ward 1427 zum 
Hause Savoien geschlagen und erfuhr im Laufe der Zelt manchen 
YVechsel. Viele ihrer ältern Maler werden zu den llvlailiinllern ge- 
rechnet, weil sie ihre Schüler waren, aber sie können als Bürger 
unter den Piemontern bleiben. Dies zur ergänzenden Erläuterung 
manches Vorigen und Folgenden, L.
        

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