Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1294834
Erster Zeitraum. 
VI KaP' 
Die Alten bis auf Vinci. 
389 
eben so vollendet und verhältnismässig seyn, als die vordem ü). 
Dies also ist der von Vasari so gelobte Bernardino. Dies 
Urtheil kann noch jetzt an der Auferstehung alle Grazie, und 
einer Verkündigung zu S. Sempliciano durch eine kunstreich 
täuschende Architektur bewahrheitet werden. Diese ist jedoch 
das Beste an dem Gemälde; denn die Figuren haben wie ihre 
Bekleidung etwas Winzige. Was seinen Landsmann und Mit- 
maler zu S. Pietro in Gessato anlangt, so kann man sagen, 
er habe sich gut auf Perspeotive verstanden, da Lomnzzo es 
behauptet; übrigens sind seine Arbeiten kunsterfahren, einige 
Cabinetbilder ausgenommen, welche besser gezeichnet, als ge- 
malt sind. Eine Madonna unter einigen Seligen habe ich bei 
Pagave gesehen, auf dessen Angabe ich zu Civerchiow 
Schülern noch Bartolommeo di Cassino, einen Dlailüuder, 
und Luigi de' Donati aus Como setze, von welchen ur- 
kundliche Bilder vorhanden sind. 
Während diese blühten, kam Brnmante nach Mailand, 
dessen uns von seinem Schüler Cesnriani, VitruWs Aus- 
leger, überlieferter wahrer Name Donarto ist, auskler Fami- 
lie Lazari; was in den 'A1zliclzilü Picene T0. X. mit starken 
Gründen bestritten wurde. Hier wird nun aber ausführlich 
erwiesen, dass sein wahrer Geburtsort nicht CastelDurante, 
jetzt Urbania, war, wie Viele behaupteten, sondern ein Land- 
gut Cnstel Fermignano. Beide Orte liegen im Urbinisehen; 
daher er eluuals Bramante von Urbino genannt ward. Dort 
stuilirte er nach Fra Carnevaliws Werken, und mehr sagt 
Vasari nicht von seiner Erziehung. Er erzählt nun weiter, 
dass er seine Heimat verliess, einige lombardisehe Städte be- 
reiste und kleine Arbeiten, so gut er nur konnte, lieferte, 
P 
15) Es lässt Sich diese Frage nicht apodiktiscln entscheirien. Man 
muss dabei auf Beschaffenheit der Luft, des Lichts uml Auge Rück- 
sicht nehmen, welche ein klareres oder neblichtes Sehen bedingen, 
Bei heller Luft erscheinien einem gesunrien Auge ferne Dinge zwar 
immer kleiner, als die nahen, und darum weniger detaillirt, auch 
Mauer, aber nicht weniger kräftig im Tun. Man könnte alm sagen, 
dass es zwei Systeme von Iluftpernpective gicht, wo170x1 das eine 
fordert, in den Fernen ins Nebelhafte überzugehela, und das andere, 
aus den warmen 'l'önell 11H Vorgrunds die Fernen in blaue und käl- 
tere, aber doch klare überzuführen. Q.
        

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