Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1294819
Erster Zeitraum. 
Die Alten bis auf Vinci. 
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benannt il Vecchio, wurde von uns auch schon in der vene- 
diger Schule erwähnt, welcher er als Cremasker angehören 
soll, wiewol er in Mailand lebte und treflliche Schüler zog, 
vor allen, Vinci ausgenommen, um diese Schule hochver- 
dient. Vasari scheint ihn dem Foppa nicht nachzusetzen, 
da er ihn in iVandbildern für einen wackern Mann erklärt. 
In Figuren war er sehr bedacht: und bewundernswerth in der 
Art, sie in der Höhe anzubringen, so dass der Boden wich 
und die Höhen sanft sich neigten. Ein Beispiel davon gab er 
in S. Eustorgio mit Darstellung einiger Erlebnisse des heil. 
Pier Martire in seiner Capelle, welche Lomazzo sehr lobt, 
die aber jetzt überweisst sind, so dass von Civerchiws 
Hand nur noch die Strebbogen der Kuppel übrig sind, denen 
wir ein längeres Leben wünschen"). Ambrogio Bevilac- 
qua kann man zu S. Stefano durch einen heil. Ambrosius 
kennen lernen, dem Gervasius und Protasius zur Seite 
stehen. Den Ruf eines wackern Perspectivnxalers mögen ihm 
andere Gemälde verschafft haben; in diesem hat er ausgemacht 
die Regeln derselben übertreten. Gezeichnet ist es aber so, 
dass es, wenn auch nicht von aller Trockenheit frei, sich 
doch sehr dem guten Style naht. Man findet ihnvinx der Ge- 
schichte bis 1486; über seinen Bruder und Gehülfen Filippo 
und über den Mailänder Carlo, welchen Lomazzo nennt, 
habe ich nichts gefunden. Wol aber hat der oben belobte 
Correspondent in diese ältere Zeit Gio. de, Ponzoni ge- 
setzt, von welchem ein heil. Christoph in, einer Kirche unfern  
der Stadt, die Samaritanerinkirche genannt, befindlich ist; 
und einen Francesco Crivelli, der früher als irgend einer 
in Mailand Bildnisse gemalt haben soll").  
Von den nun Folgenden bildeten einige die Malerzunft 
unter Lodovico Moro, zu dessen Zeit Vinci sich in 
12) Hinsichtlich dieses Küntlers sind die angegebenen Zeilbestim- 
mungen schwer zu vereinbaren. Nach Lomazzo malte er herein; 
1460; in R0 n Ina's Zibaldons cremnsca für 1795 wird S, S4 be- 
hauplet, er habe urkundlich noch 1535 gelebt. Soll dies stimmen, 
so muss man dem Civ erclliü ein langes Leben geben, wie Tizian, 
Calvi und andern noch zu höherem Greisennller gelangten hlalern, 
L. 
13) Wahrscheinlich derselbe, von welchem ein chönes Madonnen- 
bild in der Gnllerie Brera zu Mailand bewahrt wird. Alles erinnert 
da an die Eyclvsche Schule. Q. 
Bh 2
        

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