Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1294791
Erster Zeitraum. 
Die Alten bis auf V'inci. 
385 
Und im Leben dieses guten Baukünstlcrs, wie dem des Miche- 
lozzo, schreibt er, in einigen ihnen- vom Herzog Franz auf'- 
getragenen Gebäuden habe Vin cenzo di Zoppa (lies Foppe), 
ein Lombarde, gemalt, weil kein besserer Maler in diesem Lande 
zu finden war! Dass ferner ein Breseianer Vincenzo damals 
und nachher unter die besten Meister gezählt ward, beweist 
Ambrogio Calepino in der alten Ausgabe von 1505 unter 
dem Worte pingo. Nachdem er nämlich vor allen Malern sei- 
ner Zeit Montegna gelobt hat, fährt er fort: lzuic rwcediuzf 
Ja. Bellinus Venetus, Leonurdus Florenlinus, et Vincenlius 
Brixianus, excellentissimo ingenio honzines, ut qui cum 0mm" 
antiquitate de pictura possint conlenclere. Nach diesem so 
schönen Lobspruch, der, wenn ich nicht irre, bei Foppyg 
Lebzeiten niedergeschrieben, aber nach seinem Tode heraus- 
kam, wie wir seines Orts aus BoschinPs Lob an Ridolfi 
bemerkt haben, werde auch hier seine Grabschrift im ersten 
Kloster des heil. Barnabas in Brescia angezogen: Excellentiss. 
ac.  pictoris. Vincentii. de Foppis. ci. Br. 1492 (Zamä 
p.  Diesen Zeugnissen füge ich noch ein von mir in der 
Gallerie Carrara zu Bergamo entdecktes von des Vfs. eignet 
Hand bei, wo auf einem alten mit vieler Liebe und wahrhafi 
tem, damals seltenem, Studium der Verkürzungen gemalten 
Bildchen Christus unter zwei Sehiichern gekreuzigt steht . .  
Vincentius Briwiensis fecit 1455. Gäbe es wol einen deut- 
lichem Beweis für die Nichtverschiedenheit eines und desselben 
Malers, der von, mehrern Schriftstellern so verschieden hinsieht-r 
lich des Namens, Vaterlnnds und Zeitalters angegeben wird? 
Nach den angeführten Stellen also setze man, fest, dass" 
darin von Einem brescianer Maler die Rede, dass dieser nicht 
so alt ist, als man vorgegeben hat, und nicht l407 nach der 
gewöhnlichen Zeitrechnung malen konnte, da er nicht fern 
vom sechzehnten Jahrh. lebte. Nun reinige man auch die Ge- 
schichte von den so scheinbaren Mährchen, die Lomazzo 
hineingebracht hat, indem er behauptete, Foppe habe die Vers 
hältnisse seiner Figuren von Lysippus entnommen, aus Sei- 
nen Schriften habe Bramante die Perspective gelernt und 
ein Buch daraus gemacht, welches dem Raffael, Polidoro, 
Gaudenzio förderlich gewesen, Albrecht Dürer und Da- 
niel Barbara haben Foppais Erfindungen benützt und ihr: 
n. Bd. B h
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.