Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1294751
Erster Zeitraum. 
bis auf Vinci. 
Die Alten 
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trifft er die Florenzer jener Zeit. Einen Mailänder Miehel 
de Roneho hat uns Graf Tassi entdeckt, indem er von den 
beiden Nova, Malern zu Bergamo, schrieb. Er sagt, zugleich 
mit ihnen habe Michcle im dortigen Dom von 1375 bis 1377 
gearbeitet; und von diesen Pinseln sind noch Sachen Vorhayp. 
den, welche von Giotttvs Behandlungsart nicht so fern sind, 
als die Paveser. Einen lobenswerthen Novareser lernen wir 
aus einigen Gemälden in Domodossola im Schloss Sylva und 
anderwürts kennen, mit der Kunde: Ego Petrus ßlius Petri 
pictoris de Novaria hoc opus pinxi 1370. Aber schon ohne 
Mailand zu verlassen, sieht man dort in der Sacristci der Con- 
ventualen und mehrern Klöstern Gemälde aus dem 1419" Jahrh., 
ohne bestimmte Angabe des Meisters, die mehrentheils in flo- 
renzer NVeise gemalt sind, zuweilen auch in einem neuen, 
ureigenen, keiner andern italienischen Schule gemeinen Style. 
Vor allen ist unter den namenlosen Werken alten Styls 
das, was in der Sacristei delle Grazie übrig ist, zu bemerken, 
wo jedes Thürfeldehen einen Vorfall aus dem alten oder neuen 
Testamente darstellt. Der Verfertiger scheint im Ucbergange 
des vierzehnten zum funfzehnten Jahrh. gelebt zu haben, und 
aus dieser Zeit wird man nicht leicht ein so iigurenreiches 
Werk von Einem Künstler gefertigt finden. Der Styl ist 
trocken, aber, wo die Sonne nicht hingetroHen, ist die Farbe 
so lebhaft, so gut aufgetragen und tritt so aus dem Grunde 
hervor, dass 'sie den besten Venedigern dieser Zeit und den 
besten Florenzern nichts nachgiebt, und wer auch immer der 
Meister sei, er ist ureigen und gleicht nur sich selbst. Nicht 
ungenannt, sondern nur von Vasari im Leben CarpacciNs 
und Gian Beilinißs, von Orlandi und Guarienti in 
drei Artikeln des Abäecedario falsch genannt, ist ein anderer, 
ehemals auch noch für einen Venediger gehaltener Lombarde. 
ln einem Artikel nach Vasari nennt Orlandi ihn Giro- 
lamo Mazzoni oder Morzoni; in zwei andern heisst er 
dem Guarienti, der überhaupt glücklicher die Vorurtheile 
hinsichtlich alter Maler mehrt als verbessert, G iacomo M ar- 
zone und Girolarno Morzone. Sein wahrer Name finde: 
sich auf einem noch jetzt in Venedig, oder- auf der Insel 
S- Elena vorhandenen Bilde, wo er mit der himmelan fahren- 
den Jungfrau die Schutzheilige, Johannes den Täufer, den
        

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