Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1294723
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Oberitalien. 
Mailändische 
Schule. 
ganz Kiöpfe mit Beinen und Füssen, die sie nicht zu tragen 
im Stande warenl Von solcher Zeichnung giebt es in Verona 
und anderwärts noch viele andre Marmorarbeiten. Dessenunge- 
achtet giebt es auch wieder Denkmale, welche nicht als Grundsatz 
anzunehmen gestatten, dass auch nicht das Mindeste vom guten 
alten Geschmack in Italien damals übrig geblieben. Ich könnte 
aus mehrcrn Künsten Beispiele anführen, besonders aus der 
Goldschmiedekunst, die im 106611 Jahrh. doch einen Volvino 
hatte, den Verfertiger des so berühmten goldnen Altarumhangs zu 
S. Ambrosio in Mailand; einer Arbeit, die hinsichtlich des 
Styls mit -den schönsten Gottesschreinen aus Elfenbein in hei- 
ligen Museen sich messen kann. 
Um aber nur bei unserem Gegenstands zu bleiben, so hat 
schon Tiraboschi im Palast zu Monza sehr alte Gemälde 
aus jenen Jahrhunderten verzeichnet; und einige andere ähn- 
liche Ueberbleibsel zeigt man auch zu S. Miehele in Pavia, wie- 
wol in einer solchen Höhe, dass man nicht gehörig darüber 
urtheilen kann; andere vollere in Galliano sind in Allegran- 
zaßs Opuscoli p. 193. beschrieben 3). Bei dieser Gelegenheit 
bemerke ich, dass die von mir" bereits genannte Abhandlung 
über die Malerei in einem cambridger Codex den Titel führte: 
Theophilus Mzmuclzus (in andern qui et Rugerius) de omni 
scientia (trtis pingendi. Incipit tractutus Lumbardicus qualiter 
temperantur colores etc. 4). Dies ist ein sicherer Beweis, dass, 
wenn damals die Kunst eine Freistatt in Italien fand, dies 
vor allen in der Lombardei war 5). Auch in der kurz zuvor 
3) Sehr interessant in Beziehung auf die Roheit der Kunstarheiten 
sind einige alle Bildhauerarbeiten im Dom zu Mnnza und einige Ue- 
berbleibsel des Schatzes der Lombardischen Königin Theodelinde, 
Selbst die eiserne Krone, welche aus einem goldenen Reifen besteht, 
in welchen der eiserne Reif aus einem Nagel des Kreuzes Christi ein- 
gefasst ist, kann zum Beweis dienen, So auch ein Kamm, welcher 
der Königin gedient haben soll, einem Pferdekamm aber sehr ähnlich 
ist. Ferner ein ilbernes Huhn, welches goldne Küchlein um sich 
versammelt und ein Sinnbild der Theudelinde sein soll, und Vieles, 
was aus jener Zeit gezeigt wird, beurkundet die Rnheit des Zeital- 
ters der lombardischen Herrschaft. Die eiserne Krone ist abgebildet 
auf dem Titelblatt der Vaynge dans le llfilannis Tmne 11., die Be- 
Schreibung des Doms zu Monza s. ebendaselbst Tome I. p. 342. Q. 
4) Die schon oft angeführte Abhandlung über Oelmalerei, welche 
sich in der Wolfenbüttler Bibliothek befindet und wovon Abschriften 
auch an mehrern andern Orten angetroffen werden. Q. 
5) wenn auch den Lombarden nicht schuld gegeben wird, 
        

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