Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1294692
KRP' 
IV. Zeitr. 
Auswärtige Style in Cremona. 
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nedig gedruckte Verzeichnis beweist. Man muss sich aber 
hüten, diesen Maler nicht nnt einem andern Franceseo 
Bassi, ebenfalls aus Cremona, zu verwechseln, den man dort 
den jüngern nennt, einen Schüler des ersten in der Land- 
schaftmalerei, auch in Sammlungen nicht unbekannt, doch 
weit unter dem Erstem. Einen würdigern Platz in dieser Gat- 
tung nimmt Sigismondo Benini, Massarott? Schüler, 
ein, der Erfinder schöner Motiven in seinen kleinen Land- 
schaften, mit wohl abgestuften Ebenen und gut nachgeahniten 
Strciflichtern. Er behandelt seine Bilder mit Fleiss und Rein- 
lichkeit, ist bestimmt, colorirt kräftig und harmonisch; nur 
muss er nicht über den Limdschafter hinausgehen; denn wo er 
Figuren dazu giebt, thut er seinen Bildern Eintrag. 
Um dieselbe Zeit zeichnete sich in Ansichten und Verzie- 
rungen ein aus Casalmaggiore im Cremonischen stammendes 
Geschlecht aus. Giuseppc Natali, der erste, von natür- 
licher Neigung zu dieser Kunst gezogen, begann sie gegen 
den Willen seines Vaters zu üben, bis sich der Vater darein 
fügte, er nach Rom ging und, um sich zu vervollkommnen, 
auch einige Zeit in Bologna verweilte. Es traf sich gerade 
in einer Zeit, welche die Prospectmaler als die glücklichste 
für ihre Kunst ansehen. Sie war neuerlich von Dentone, 
Colonna, lilitelli gefördert worden und lud die jungen 
Gemüthcr wie zu einem neuen Kunstzweige ein, sie durch die 
hViirde der Meister und Hoffnung auf Belohnung beseelend, 
wovon bei der bologner Schule naher gesprochen werden soll. 
Er bildete sich einen wegen der Bauwerke beliebten und wegen 
der Zieraten reizenden Styl. Er befriedigt das Auge durch die 
lockendsten Ansichten, gestattet ihm aber auch Ruhe, indem 
er sie in gehörige Entfernungen vertheilt. In Grottesken hält 
er sich viel an das Alterthümliche, meidet den unnützen Prunk 
des neuen Laubwerks, und sorgt für Mannichfaltigkeit durch 
hier und da angebrachte kleine Landschaften, die er auch in 
sehr gesuchten Oelhildchen sehr gut colorirte. Man lobt an 
ihm besonders Weichheit und Einklang. Er war nicht müssig; 
in der Lombardei giebt es der Säle, Zimmer, Kapellen und 
Kirchen, wo er malte, sehr viele, und zwar zuweilen mit un- 
glaublieher Schnelligkeit. In der Sigmundskirche und im Pa- 
last der Mareh. Vidoni zeichnete er sich besonders aus.
        

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