Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1294644
2.70 
Oberitalien. 
Die cremoher Schule. 
Vierter 
Zeitraum. 
Auswärtige 
Style 
in 
Cremona. 
Nlit M a l o s s o's Nachkommen neigte sich die cremoner 
Schule zum Verfall, und fühlte, wie dies auch andern begeg- 
nete, das Bedürfnis sich nach Auswärtigen umzusehen, welche 
den gewissermassen alt und matt gewordenen Geist verjüngen 
möchten. Zuerst von Allen hatte dies Carlo Picenardi 
aus einem Patriziergesehlechte gethan und sich unter Lodo- 
vieo CaraccPs Lieblingssehüler gezählt. Er ward wacker 
in angenehmen Geschichtbildern, und lieferte auch etliche Kir- 
chenbiider, worin. ihn ein anderer Carlo Picenardi, der 
jüngere genannt, nachahmte, der seinen Styl in Venedig und 
Rom gebildet hatte. Andere aus der Stadt ergaben sich auch 
andern Schulen. S0 erschienen dort vor der Mitte des sieb- 
zehnten Jahrh. neue Style, welche die Einheimischen gebaren 
liessen. Zaist rechnet zu Malossois Jüngerschaft Pier 
Martire Neri oder Negri, einen guten Bildnismaler und 
Componisten, bemerkt jedoch, dass er ausserdem einen stär- 
kern und dreistern Vortrag angenommen, wofür er zum Be- 
weis den von Christo sehend gemachten Blindgeborenen im 
cremoner Sieehhause anführt. Auch einen heil. Joseph hat er 
in der Karthause zu Pavia gemalt, welcher, wenn ich nicht 
irre, jener ersten Arbeit vorzuziehen ist. In Rom, wo er im- 
ater die Akademiker von S. Luea aufgenommen war, werden 
sich wol auch manche finden.  
Andrea Mainardi hatte gleichzeitig mit Malossoieixie 
Schule angelegt und unter seinen Zöglingen zeichneten ich 
zwei aus, Gio. Batista Tortiroli und Carlo Natali, 
Beide verliessen ihren Geburtsort. Gio. Batista war zuerst 
in Rom, dann in Venedig, und bildete sich einen Styi, der 
mehr als einer von dein jüngern Palma hat; offenbar hat er 
aber auch Raffael nachgeahmt. So viel ergiebt sich aus 
seinem Mord der unschuldigen Kinder in S. Domenico, wel- 
cher sehr verständig componirt und gut colorirt ist. Diese 
und wenig andere Arbeiten von ihm werden gleichsam als Ver- 
suche seines im 3081911 Jahre untergegangenen 'l'alents betrach- 
tet, wo er einen Schüler Gio. Batista Lazzaroni hinter-
        

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