Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1294601
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Oberitalien. 
Die cremoner Schulel 
Schule Ehre machen; es hat schöne Formen, reiche Kleider, 
heiteres und lachendes Colorit; in Anordnung lder kleinen und 
häufigen Lichter könnte es wie in der der Figuren glücklicher 
seyn; aber dies ist eine Schwäche, die er mit Vielen aus dieser 
Schule theilt. 
Alle 
vorerwähnten 
die 
Schüler 
Bernardinws 
und 
dere, die ich übergebe, blieben fast unbekannt im Vergleich 
mit Sofonisba Angussola, die in Cremona aus edlem 
Geschlecht entsprungen und von ihrem Vater zugleich mit ih- 
rer jüngern Schwester, Hclena, die nachher Nonne wurde, 
dem würdigen Maler zum Unterricht: in ihrem Hause anvertraut 
wurde. Als er von da nach Mailand ging, trat Sojaro für 
ihn ein. Sofonisba wurde vorzüglich in Biidnisscn so vor- 
trefflich, dass man sie unter die besten Pinsel ihrer Zeit rech- 
net. Sie leitete die Erziehung vier jüngerer Schwestern zur 
Malerei, Lucia und Minerva, welche kurze Zeit lebten, 
Europa und Anna. Maria, welche verheurathet, die erste 
in Jugendblüthe, diezweite man weiss nicht wann, starben. 
Vasari gedenkt dieser Sofonisba und ihrer Schwestern, 
die er noch als Mädchen in Cremoria kannte, sehr ehrenvoll. 
Doch damals war sie schon als spanische Hofmalerin von Phi- 
lipp II. nach Madrid eingeladen, wir sie,'ausser den Bildnissen 
der k. Familie und des Papstes Pius IV., auch andere h'iirstex1 
und Herrn hohen Rangs malte, welche nach dieser Ehre geiz- 
ten, als gelte Plini us Wort von ihr: illos nobilitans, quos esset 
dignatu pusteris tradcrc. Nachher verheurathete sie sich m11; 
einem Moncada und lebte einige Jahre in Palermo; nach 
seinem Tode heurathete sie zum zweitenmal einen Lomellino 
und starb in Genua alterschwach und blind. Aber auch in 
ihrem höchsten Alter förderte sie die Kunst noch durch Unter- 
haltungen mit Malern, unter welchen van Dyck zu sagen 
pflegte, er habe von dieser blinden Matrone mehr, als von 
einer andern sehenden, gelernt. Ihre Bildnisse werden in Ita- 
lien sehr geschätzt, besonders ihre beiden eigenen, deren eins 
in der Gallerie des G. H. von Florenz, das andere in Genua 
bei den edeln Lomellini beiindlich. ist. 
hohlen Formenspiele 
zu einem 
digen. 
gedankenloser 
Ueberlieferung entwür- 
H".
        

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