Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1294593
IV. K. III. Zeitr. Die Schule d. Campi verschlimmert sich. 
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mir bis zuletzt Malosso und seine Schule vor, die um 1630 
in Cremona die herrschende und eine der berühmtesten in der 
Lombardei war.  
Coriolano Malalgavazzo, welcher im Aööecedario pit- 
torico fälschlich Girolamo Malaguazzo heisst, half sei- 
nem Meister an seinen Arbeiten und darum kennt man viel- 
leicht in Cremona. kein von ihm ersonnenes und ausgeführtes 
Bild; denn das schöne Gemälde zu S. Silvestro, wo er U. 
L. F. mit den Heil. Franz und lgnatius lllartyr darstellte, meint 
man, könne wol nach einer Zeichnung Bernardinws ge- 
malt seyn. Von Cristoforo Magnani aus Pizzichettone, 
einem höchst hoffnungsvollen Jüngling, wie Antonio Campi 
von ihm spricht, der seinen zu frühen Tod beklagt, ist nichts 
Unbestrittenes vorhanden. Auch Lamo klagt über diesen Ver- 
lust und nennt ihn und Trotti die grössten Genien dieser 
Schule. Seine Hauptstärke war in Bildnissen; doch war 
er auch in.Compositionen wacker. Zu. S. Francesco in Pia- 
cenza hab ich ein Bild von ihm gesehen, die Heil. Jakob und 
Johannes, eine Jugendarbeit, aber wohl ersonnen und gut zu- 
sammengestellt. Andrea Mainardi, genannt il Chiave- 
ghino malte allein und mit seinem Neffen lilarcantonio 
viel in der Stadt und noch mehr in der Umgegend. Baldi- 
nucci giebt ihn als einen schwachen Maler an, und als sol- 
cher erscheint er auch, wo er eilig und wohlfeil arbeitete. 
Jedoch sprechen einige fleissigere Bilder für ihn, worin er als 
guter Anhänger Bernardinws auftritt, bald im kleineren 
Style, wie in der Vermählung der heil. Anna bei den Eremi- 
tanern, bald im grossartigern, wie in dem grossen Bilde: das 
göttliche Blut. Es stellt jenen Prophetengedanken dar Tarnu- 
lar calcavi solus. Der Erlöser steht aufrecht unter einer Presse, 
welche, von der göttlichen Gerechtigkeit getreten, aus dem 
heiligen Leibe durch die offenen Wunden Blutströme drückt; 
diese vqm heil. Augustin und drei andern Kirchenlehrern in 
Kelchen aufgefangen verbreiten sich zum Besten einer grossen 
hier gesammelten Heiligcnschaar; ein Gegenstand, den ich in 
einer Kirche zu Recanati und in andern, nirgends aber so 
schicklich dargestellt gesehen habe z). Das Bild könnte jeder 
L 
2) 5016116 alberne Vorstellungen und Einfälle müssen wol die Kunst
        

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