Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1294586
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Oberitalien. 
Die cremoner Schule. 
Antonio Campi hinterliess drei Schüler, Ippolito 
Storto, am. Batislta Belliboni, Gio. P3010 Fon- 
dulo, der nach Sicilien ging; alle drei sind in der Lombardei 
unbekannt geblieben und in den Künstlerwörterbiichern verges- 
sen wordenl). In den letzten Jahren unterrichtete er auch 
einen Galeazzo Ghidone, der wegen Kränklichkeit wenig 
und nur unterbrochen malen konnte; doch that er es mit 
Kunst, wie seine Predigt Johannis des Täufers zu S. Mattia 
in Cremona beweist, welche Kennern sehr gefallen'hat. An- 
tonio Beduschi, der im 26sten Jahre eine Pietät zu S. Se- 
polcro in Piacenza und noch besser das Martyrthum (les heil. 
Stephan malte, wird auch zu der Campisehen Schule gerechnet 
und hat viel von Antonio; ich zähle ihn unter seine Nach- 
ahmer, wenn nicht seine Zöglinge. Zaist kannte ihn nicht; 
die Kunde über ihn verdanken wir dem Propst Carasi. 
 Von Vincenzio ward Luca Cattapane unterrichtet 
und übte sich lange im Copircn der Arbeiten der Familie 
Campi. Es gelang ihm bei der ausserordentlichen Freiheit 
seines Pinsels sehr gut; seine Striche schienen ureigenkrüftig 
und täuschten, wie noch immer, die erfahrensten Kenner. In 
einer Pietät zu Sl Pietro in Cremona machte er auch Gamba- 
ra's Styl nach und setzte, das Bild zu vergrössern, drei 
Figuren hinzu, welche sehr gut zu den frühern stimmen. Ue- 
brigens malte er, entweder weil er einen eigenen Styl an- 
strebte, oder um sich nach Caravaggio zu bilden, bräuner 
als die Campi und mit minderer Wahl. Es giebt noch viele 
Bilder von ihm. Zu S. Üonato in Cremona stellte er Johan- 
nis Enthauptung dar; eines seiner besten Werke, wo die 
Wirkung besser ist, als die Zeichnung oder der Ausdruck. 
Auch manche Wandbilder sind von ihm vorhanden, worin er 
aber weniger taugt, als in Oelgemälden.  
Bernardino fand den meisten Beifall und die meisten 
Schüler; seine Nachkommen haben am längsten ausgehalten 
und reichen bis an dies Jahrhundert herauf. Ich will zuvör- 
derst einige seiner auserlesenen Schüler nennen, welche die 
Kunst nicht, oder nur unter Wenigen fortpflanzten, und behalte 
1) Alle drei führt Gb. Zaist in Abtizic stariche de" pilL, scull. 
ed archilelti cremon. an; und zwar Ippol. St. T. I. p. 254. Gb. 
Belliboni 251. und Fondulo. T0. ILXp. 45. Q.
        

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