Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1294579
IV. K. III. Zeitr. 
Die Schule d. Campi verschlimmert sich. 
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müsse. Daher kam es denn auch, dass, wenn Domeni- 
chino, Guido, Guercino und andere Caraccisten mit ver- 
schiedenen ureigenen und neuen Stylcn aus der Schule traten, 
die Schüler der Campi sich dadurch allein auszeichneten, 
dass sie ihren landgenössischen Malern, entweder einem für 
sich, oder auch mehr als einem zugleich so nah als möglich 
auf dem Fusse folgten. Da nun aber der Mensch allenthalben 
derselbe ist, so begab es sich auch hier, wie in den andern 
Schulen Italiens, dass die Jünger, wenn sie ihre Vorgänger 
hinlänglich fertig copiren gelernt hatten, nun nicht gar eifrig 
arbeiteten, und wenn diese fast ganz nach der Natur arbeiteten, 
Cartons entwarfen, in Wachs modellirten, Falten und alles 
Uebrige sorglich ordneten, jene für ihre Arbeiten nur eine 
Skizze und einige der Natur abgesehene Köpfe entwarfen, alles 
Uebrige aber rein handwerksniässig und wie es ihnen eben be- 
dünkte machten. So artcte auch diese grosse Schule all- 
mälig aus, und zwar um dieselbe Zeit, wo auch die Schüler 
der Procaccini in Mailand eben so verfahren. Daher war 
die Lombardei im siebzehnten Jahrh. mit Zünftlern erfüllt, 
neben welchen' die Zuccaristen selbst noch für Meister gelten 
könnten. Doch versuchten auch einige aus der Nachahmer- 
heerde herauszntreten; und dazu, gab Caravaggio Anlass. 
In der Nähe von Crcmona geboren, galt er gewisserxnassen für 
einen Landsmann, und darum folgten ihm die Cremoner gern, 
um so mehr, da das Jahrhundert überall den Styl der letzten 
Meister als matt überdrüssig war und einen kräftiger-n forderte, 
Dies gelang denn auch Einigen; Andere aber wurden, wie es 
auch in Venedig gegangen war, so in Cremona roh und finster. 
Um die Künstler dieser Zeit habe ich mich nicht sonderlich 
gekümmert; diejenigen aber, welche sich "über den Haufen er- 
hoben, will ich ausdrücklich erwähnen. 
Jeder also der Campi hat seine Schüler, obwol die Ge- 
schichte sie nicht immer unterscheidet, und einige im Allge- 
meinen Schüler der Campi heissen, wie die Mainardi An- 
drea und Marcantonio bei Orlandi. Giulio's zwei 
Schüler, welche sich mehr Lob erwarben, Gambara aus 
Brescia und Viacci aus Crexnona, weil sie in andern Schulen 
lebten, sind schon, ersterer bei den Vcnedigern, ictzterg); bei 
den lliantuanern gelebt werden.
        

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