Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1294568
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Oberitalien. 
Die cremoner Schule. 
ungeachtet will man die Geburt U. H. in S. Domenico für 
Bernurdino's vollkommenstes Werk und gleichsam einen 
Kanon halten, worin er alle Vollkommenheiten der Malerei zu- 
sammenfassen Wollte. S0 urtheilt Lama, der sein Leben 
weitläuiig beschrieben hat; daher seine Nachrichten über diesen 
Campi die vollständigsten sind, die man hat. Auch hat er 
ein Verzeichnis seiner Werke in der Vaterstadt und in Mai- 
land, wo er einen grossen Theil seines Lebens zubrachte, o 
wie derer im Auslande geliefert. Man findet viele Bildnisse für 
kFürsten und Privatleute. Diese Kunst theilte er mit sehr 
Wejligen, und durch sie erwarb er sich Ruhm und Vermögen; 
Seln 'l'0rlesjahr welss man nicht genau; es muss um 1590 
fallen, um welche Zeit die Malerei in Cremona eine neue 
Gestalt gewann. 
i-iii 
Dritter 
Zeitraum). 
lDie_ 
Schule der Cguupi verschlimlnert sich 
'l'rotli und andere halten sie. 
allmäl ig. 
Aus obigem kleinen aufgestellten Bilde wird man leicht er- 
kennen, dass die Schule der Campi gleichsam ein Entwurf 
der Caraceisehen war, und warum, da doch beide eine und idie- 
selbe Absicht hatten, die erstere sie doch weniger erreichte, 
als die zweite. Die Caracci niinilicln waren allekdrei tref. 
fliche Zeichner und wollten immer als solche erscheinen; sie 
waren ferner Eins durch Herz und Ort, halfen also einander 
stets; endlich hielten sie stets eine Akademie in Leben und 
Bewegung, deren Zweck nicht sowol war, allerlei Kunstver- 
fahren zu betrachten, als über die mannichfaltigen Wirkungen 
der Natur nachzudenken, damit ihre Werke, so zu sagen, 
Söhne, nicht Enkel derselben wären. Die Campi dagegen 
strebten weder stets nach Trefilichkeit, noch lebten sie zusam- 
men, noeh vereinten sie sich je, ein so folgerechtes und regel- 
xnüssiges Ganzes einer Akademie zu bilden, sondern jeder 
wohnte und hielt seine Schule für sich, und lehrte, wenn ieh 
nicht irre, mehr, wie nxan ihn nachahmen, als wie man malen
        

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