Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1294494
IV.K. ILZeitr. Camillo Boccaccino. Il Sojaro. Die Campi. 
355 
Was noch in diesem Kapitel zu sagen ist, wird fast nur 
die Campi betreffen; eine Familie, welche Cremnna, Mailand 
und die übrigen Städte des Gebiets ölientlich smvol, wie in 
Sammlungen, mit Bildern überfüllt hat; alle arbeiteten uner- 
müdet, alle starben schon ergraut. Man hat sie die Vasari 
und Zuccari der Lombardei genannt; der Vergleich mag 
treffend seyn, wenn man auf ihre grossen und weitläufigen 
Compositißnell, und die Menge auch anderer Bilder sieht; aber 
er trifft weit weniger zu, wenn man ihn, wie er lautet, auch 
auf die Gier ausdehnen will, eher viel als gut zu malen. 
Giulio und Bernardino, welches die besten Campi sind, 
Waren nur sehr selten zu übereilt und ungenau in der Aus- 
fühmng, und vi-el verschuldeten dabei auch ihre Gehülfen. 
Uebrigeus zeichneten sie gewöhnlich gut und malten mit guten 
Tinten; diese halten sich noch immer frisch, wogegen die Va- 
Sarischen und Zuccarischen, grösstentheils verblichen, immer 
wieder von einem neuen Maler müssen aufgefrischt und gleich-V 
sam belebt werden. Doch von diesen Beiden und den übrigen 
Campi muss besonders gehandelt werden. 
Giulio ist gleichsam der Lodovico Caracci seiner 
Schule. Aelterer Bruder des Antonio und Vincenzo, und 
Verwandter oder doch Lehrer des Bern ardino, nahm er 
sich vor, in einem Style die Vollkommenheiten vieler andern 
Zu vereinen. Der Vater, der ihn in der ersten Jugend unter- 
richtete z), achtete sich nicht fähig, ihn zum Maler zu bilden, 
brachte ihn also in die Schule des Giulio Romano, der 
damals in Mantua war und, wie Vasari bezeugt, den ihm 
vom Grössten der Maler eingeflössten Geschmack in der ganzen 
Lombardei verbreitete. Auch er bildete seine Zöglinge zu 
Baukünstlern, Malern, Plastikern, so dass auch sie alle Theile 
eines grossen und manniehfaltigen Werks ausführen konnten. 
vEine solche Erziehung ward auch dem Ersten der Campi 
und durch ihn den Brüdern. Die Margarethenkirche ist ganz 
von ihm allein verziert; in der Sigmundskirche sind Capellen, 
nur von ihm und den Seinen-besorgt. Grosse Gemälde, kleine 
L 
-2) Hier ist Orlandi zu berichtigen, der Galenzzow Tod in 
38.8 Jahr 1536, und Giuliuw Geburt in das Jahr 1549 yel-jvgq, 
du er doch- bekanntlich seit 1522 arbeitete. L; 
        

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