Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1294457
IV.K. ILZeür. Camilloßoccaccino. llSojaro. Die Campi. 
351 
Camillo Boccaccino, Boccaccioas Sohn, Sojaro, 
dessen im vorigen Kapitel gedacht wurde, und Giulio Cam- 
pi, welcher nachher Haupt einer zahlreichen Schule war. 
Zwar blühten um ihre Zeit andere Cremoner, wie die beiden 
Seutellari, Francesco und Andrea, welche von Man- 
ehen für mantuanisehe Unterthanen gehalten werden; da aber 
von ihnen nur wenig und nicht grosse Arbeiten übrig sind, so 
wollen wir schnell zu den genannten Fürsten der Schule über- 
gehen. Auch zu ihrer Fördernng half diesen Neuern der grosse 
Donibau, noch mehr aber die Sigmundkirche I), welche Fran- 
cesco Sforza unfern der Stadt aufgeführt hatte: sie sowol, 
als ihre Nachkommen, malten darin um die Wette und mach- 
ten sie zu einer Kunstschule. Dort kann man gewissermassen 
die Reihe dieser.Meister, ihr mannichfaltiges Verdienst, ihren 
herrschenden Geschmack, den Corcggischen, die verschiedene 
Art, ihnrsich anzueignen, und die besondere Geschicklichkeit 
in der Wandmalerei kennen lernen. Mit dieser verschönten 
sie nicht nur die Tempel, sondern mehrere Vorderseiten von 
Palästen und Häusern in allen Gegenden, und gaben damit 
der Vaterstadt ein Ansehen, welches die Fremden bewunder-f 
ten; so erschien denn Jedem, der zuerst nach Cremona kam, 
die Stadt ganz fröhlich, lachend und wie zu einem Festge- 
pränge aufgeschinückt. Es befremdet, dass der Franzos, wel- 
eher die Lebensbeschreibungen der besten Maler in vier Bän- 
den geliefert, doch keine von Cremonern zusammengetragen 
hat, welche e mehr verdienten, als gar viele andere, die er 
mit grossen Lobeserhebungen in seiner Sammlung beehrt. 
Camillo Boccaccino ist der grüsste Genius der 
Schule. ln den alten Grundsätzen des Vaters unterrichtet, 
noch sehr jung, bildete er sich einen dergestalt aus Zierlich- 
keit und Stärke gemischten Styl, das man nicht weiss, in 
welcher von beiden er vorzüglicher ist. Lomazzo nennt 
ihn scharf in der Zeichnung, einen sehr grossen Coloristen, 
lind stellt ihn als Muster auf in den mit Anmuth aufgetrage- 
hen Lichtern, in der Lieblichkeit der Behandlung und in de; 
1) Gedrängt aber genügend beschreibt den Dom xund die Sigmundg. 
kirche A. L. Miülin: Voyage dans Ie Milzmais, a Plaisance, Pur- 
me, Modäne, Mantous, Cremone etc. T0. II. p. 314. 337. Q.
        

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