Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1294435
IV. Kap. 
Erster Zeitraum. 
Die Alten. 
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seinem Genossen manche andere Arbeit erhalten, wodurch sie 
sich ihres Zeitalters nicht unwürdig erweisen. 
Nach den Künstlern, welche die Hauptkirche schmückten, 
sind nun andere zu erwähnen, welche zwar nicht daran arbei- 
teten, dennoch aber zu ihrer Zeit einigermassen Namen hatten, 
wie Galeazzo Campi, der Vater der drei merkwürdigen 
Brüder, und Tom maso Aleni. Dieser war dem Campi 
im Styl so ähnlich, dass man die Bilder Beider nicht wohl 
von einander unterscheiden konnte. Man kann diesen Ver- 
gleich in S. Domenico anstellen, wo Beide mit einander wett- 
eiferten. Blcsse, aber doch von Vielen angenommene, Vermu- 
thuilg ist, dass sie Boccaccino'_s Schüler gewesen; ich 
kann es schwerlich glauben. Je länger die Schüler der guten 
Maler des funfzehnten Jahrh. lebten, desto mehr entfernten sie 
sich von der Trockenheit ihrer ersten Bildung. Galcazzo 
nun, den ich hier allein anzuführen brauche, hat weniger von 
dem neuen Style, als sein angeblicher Meister. Dies kann man 
in der vorstüdtischen Sebastianskirche sehen, wo er den Kir- 
chenheiligen und heil. Rochus am Throne U. L. F. und des 
Jesuskindleins malte. Das Bild hat die Jahrangabe 1518, wo 
er schon vollendeter Meister war; und gleichwol ist er dort 
nicht grösser, als ein schwacher Anhänger des Peruginischen 
Sgyls; ein guter und wahrer Colorist, aber matt im Helldun- 
kel , winzig in der Zeichnung, kalt im Ausdruck: diese Ge- 
sichter sagen nichts, und das des heihKindes scheint nach 
einem Vorbilde gemalt zu seyn, das am Starrkrampf litt; so 
verdreht ist das Auge. YVas also Baldinucci, oder sein 
Fortsetzer von ihm sagt, dass er sich nämlich in und ausser 
Italien berühmt gemacht, forderte Bestüttigung und ich wüsste 
sie nicht zu linden; bei den Alten mindestens nicht: denn 
Antonio Campi nennt vielmehr seinen Vater einenlfür seine 
Zeit recht verständigen Maler.  
Auch andere Zeitgenossen Galeazzo's erhoben sich 
nicht über diese Sphäre des Verständigen. S0 Antonio Ci- 
gognini und Francesco Casella, von welchen Etwas in 
ihrer Vaterstadt vorhanden ist; so G aleazzo Pesenti, ge- 
nannt Sabionetta, Maler und Bildhauer; Lattanzio aus 
Cremona, der, weil er in Venedig in der Schule der Mailänder 
gemalt hat, von Boschini in den Jlliniere della pittura er-
        

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