Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1294403
2.46 
Oberitalien. 
Die cremonex- 
S chule. 
las ich mit goldspitzenartig verflochtenen Buchstaben Christo- 
phorus de Moretis de Cremona. Die cremoner Schriftsteller 
nennen ihn einen Sohn des Galeazzo Rivello, Vater und 
Grossvater einiger anderer Rivelli, die ebenfalls Maler wa- 
ren, und nehmen Moretto blass für Beinamen. Aus der 
angeführten Unterschrift jedoch scheint mir eine Schwierigkeit 
gegen diese Sage zu entstehen; denn de Moretis ist Bezeich- 
nung der Familie, nicht Beiname. Wie, dem aber auch sei, 
er war ein Verbesserer der Malerei in der Lombardei, beson- 
ders hinsichtlich der Perspective und Zeichnung; und in jenem 
Leidensauftritt nähert er sich, die Vergoldung abgerechnet, 
den Neuem. 
Etwas später und nicht vor 1497 wurden zwei Cremoner 
angenommen , den angefangenen Fries fortzusetzen: A l t 0  
bello Melone und Boccaccio B0 ccaccino. Der Erste 
malte, wie Vasari bezeugt, mehrere sehr schöne und lobens- 
werthe Scenen aus der Leidensgeschichte. Er hat weniger 
Haltung im Styl, indem er, wie schon Andere bemerkt haben, 
auf einem und demselben Bilde Figuren, die in das Grossar- 
tige, wie andere, die in's Kleinliche fallen, malt. Auch ist 
er in Wandgemälden minder stark, indem sie jetzt wie Tep- 
pichgemälde aussehen. Nicht so in Oel, wie in Christi Höl- 
lenfahrt in der Sacristei des Sacraments, wofür die Kanoniker 
eine grosse angebotene Kaufsumme ausschlugen. Das Bild hat 
viel Figuren, von etwas langen Verhältnissen, jedoch kräftig 
und weich gemalt; ungemeines Verständnis des Nackten, An- 
muth in Gesichtern und Bewegungen, als wär' es eines gros- 
sen Künstlers Arbeit. In MorellPs Naliszia wird ein Cabi- 
netstück von ihm, Lueretia, angeführt, in niederländischer 
Weise gemalt, und er für einen Schüler des Armanino aus- 
gegeben, der vielleicht ein Niederländer war3). 
Boceaceio Boecaceino ist unter den Cremonern, 
wie Grillandajo, Mantegna, Vanucci, Francia in 
3) Jucopo Morelli sagt im Anhange zu den Notizia Jopere 
da" Disegno nella prima metä dcl Secola XVI. p. 158.: Bocczzccivzr: 
Boccaccio ed Allobelln Melone _furono pitlori Cremanesz", ehe a me- 
rito nun ordinario gravi dzfetli accappiavana; e di lara si tralm 
dzßüsanzente du Giov. Zwist nelle Notizie de? pitlori, sculluri ed ar- 
chitetti di guella patria, ivi pubbl-icale nel 1774. Pi); immnzi Alto- 
bello si fa discepola d'un Aruzzminn, noto d? name solmnlo, Q.
        

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