Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1294395
IV. Kap. 
Erster Zeitraum. 
Die Alten. 
345 
nicht, so sind die Figuren jener alten Florenzer richtiger, diese 
beseclter. Es ist eine über die Bogen der Kirche laufende, 
in mehrere Bilder abgetheilte Friesverzierung, deren jedes eine 
evangelische Geschichte auf Kalk gemalt enthält. Daran ha- 
ben mehrere und lauter achtbare Cremoner gearbeitet. 
Der Erste derselben zeichnete unter die Erscheinung U, H, 
und die Reinigung auf einer Abtheilung Benzbus inczpiens, auf 
der andern 14"; welche Jahrhundertangabe, nachher von dem 
Orgelflügel gedeckt, seit langer Zeit nicht mehr lesbar ist. Der 
Sinn ist wol klar, wenn man Namen und Jahrh, zusammen- 
findet, und unschwer sieht man, dass der Künstler auf der 
vieljührigen Arbeit mehrerer Künstler auch Kunde hinterlassen 
wollte, wer und wann sie begonnen. Indess hat man auch 
Bambus incipiens, besonders und für sich gelesen, als Anfän- 
ger in der Kunst erklärt; als würden die Cremoner, die die- 
sen so schönen Tempel zu schmücken stets die vorziiglichsten 
Künstler annehmen, damals einen Neuling gewählt haben. 
Eben so hat man gefragt, ob, die Aufschrift auf Bonifazio 
Bembo, oder seinen jüngern Bruder Gianfrancesco zu be- 
ziehen sei. Nach Vasari scheint glaublich, (lass sie auf den 
Erstem gehe, einen betagtcrn Maler, der 1461 für den mailän- 
dischen Hof malte, wogegen Gianfraneeisco, wie wir bald 
sehen werden, später blühte.  In den beiden Geschichten, iwo- 
mit Fazio seine Arbeit begann, und in den übrigen sieht man 
einen geschickten, in Bewegungen muntern, im Colorit leb- 
haften, in den Kleidern prachtvollen Künstler, der sich jedoch 
nicht über den Bereich der Naturnaehahmer erhebt," sondern 
das Wahre ohne sondcrliche Wahl abschreibt, ja wol zuweilen 
hie und da durch Unrichtigkeit entstellt. Die Kunstwörter- 
bücher und selbst Bottari verwechseln diesen Bonifazio 
mit dem venediger, von welchem seines Orts die Rede war. 
Bembo gegenüber malte einen Auftritt aus der Leidens- 
geschichte, den Erlöser vor den Richtern, ein Cristoforo 
Moretti, der nach Lomazzoz) mit Bembo zusammen am 
mailändischenliofe gearbeitet hatte und auch für S. Aqui- 
lino_ angenommen ward. In dieser Kirche ist von ihm eine 
Madonna sitzend unter mehrern Heiligen; auf ihrem Mantel 
Tralt. rlella pilturu. p. 
405.
        

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