Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1294376
IV. Kap. 
Erster Zeitraum. 
Die Alten, 
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Werken, der Kunst mit Mustern, der Geschichte mit ihrem 
Namen Ehre machten. Dass aber später die cremoner Schule 
an Vollkommenheit und Ruf hinter der bologner zurückblieb, 
dass sie sich nicht so lange als die Caraecische hielt, dass diese 
gewisser-messen vollendete, was jene versuchte, dies hat man- 
cherlei Ursachen, die im Verlauf dieses Kapitels sich zeigen 
werden. Jetzt will ich nur, wie ich pflege, den Anfang dieser 
Schule zeigen, welcher nicht ausser jenem prächtigen Dom zu 
suchen isth der 1107 gegründet, so bald als möglich mit 
Bild- und Malerwerken geschmückt wurde. Beide sind ein 
sehr würdiger Gegenstand des Alterthumsforsehers, um zu se- 
hen, auf welchen Wegen und mit welchen Schritten die Künste 
in Italien sich wieder erhoben. Die Bildnerei zeigt dort nichts 
auf, was man nicht in Verona, Crema und anderwäirts wieder- 
sähe; dagegen sind die im Gewölbe der beiden Seitensehiife 
einzig und lohnen schon der Unbequemheit, sie in der Nähe 
zu betrachten; denn die Figuren sind klein und das Licht 
karg, Ihr Gegenstand sind heilige Geschichten; die Zeichnung 
ist überaus trocken, das Colorit stark, die Bekleidung ganz 
neu bis auf Einiges, was man noch jetzt auf Mummenschanzen 
und Bühnen in Italien sieht. Es kommen Bauten darauf vor 
in blossen Linien, wie auf manchen der ältesten Holzschnitte; 
und die Hauptiiguren sind schriftlich benannt, wie zuweilen 
auf den iültesten Musivarbeiten, als das noch nicht an ge- 
schichtliche Darstellungen gcwöhntc Auge dergleichen Nach- 
weisungen bedurfte. Doch erinnert nichts an griechische Mu- 
sivarbeit; alles ist italisch, neu, vaterländisch. Die Buchsta- 
ben schwanken zwischen Giottoßs und dem vorhergehenden 
Jahrh., aber die Figuren verrathen nichts, was Giotto oder 
seinem Meister zu verdanken wäre. Des Letztern Namen habe 
ich nicht auf die Spur kommen können, weder in den alten 
Geschichtschreibern der Schule, Antonio Campi und Pie- 
tro Lamo, noch bei dem schon genannten Gio. Bat. Zaist, 
der die Denkwürdigkeiten cremonischer Künstler sammelte, 
welche im Jahr 1774 von Panni herausgegeben wurden. 
ilch darf wohl noch beibringen, dass es in Cremona schon 
im Jahr 1213 Maler gab, weil der von den Cremonern über die 
Mailänder erfochtene Sieg im Palaste des Lanfranco Oldovino, 
eines cremoncr Heerführers, gemalt wurde, wie dasselbe schon
        

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