Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1294364
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Oberitalien. 
Die cremoner Schule. 
schiedenen Namen und Secten in Italien herrschten, zurück- 
getreten sind, folgt in unsern Zeiten eine Krisis, die für jetzt 
mehr ein Versuch neuer Style, al ein herrschender Styl ist, 
der dies neue Jahrh. bezeichnen könnte. Aus (liescr Sammlung 
nun kann man besser, als aus jedem Buche, den Stand unse- 
rcr Schulen kennen lernen, welche Grundsätze sich fortpflan- 
zen, welche und wie freie Nachahmung jetzt herrsche, wor- 
aus man Hoffnung schöpfen könne, die alte Kunst des Colorits 
wieder aufkommen zu sehen; welcher Vortheil der Malerei aus 
den in Stichen herausgegebenen Copien der besten Bilder, und 
der! mit den Stichen zugleich verbreiteten Kunstvorschriften 
der Meister erwachsen. Ich weiss wohl, dass man hierüber 
verschiedentlich denkt, und mein Urtheil, wenn ich es abgeben 
wollte, würde keine entgegengesetzte Ansicht aufwiegen. Nur 
bemerke ich, dass, wenn ich sehe, wie man jetzt eben so 
sehr auf gründliche Einsicht, als früher auf Handfertigkeit 
und Erfahrenheit dringt, ich doch mehr zu hoffen, als zu 
fürchten geneigt bin.  
Vierte 
Kapitel. 
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II 
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11 
Erster 
Zeitraum. 
Die 
Alten. 
Nie habe ich die früher von Baldinilcci und neuerlich von 
Giambatista. Zaist geschriebene Geschichte Bernardi- 
no's und der übrigen Campi lesen können, ohne in der 
cremoner Schule, welche sie stiftetcn, einen Abriss der nach-' 
her von den Caracci in Bologna gestifteten zu erblicken. 
In beiden Städten fasste Eine Familie den Begrilf eines neuen 
Styls in der Malerei auf, welcher von jeder italischen Schule 
etwas herübernähme, ohne eine zu bestehlen; in beiden Städ- 
ten gingen von Einer Familie so viel Meister aus, welche 
theils selbst, theils durch ihre Schüler dem Vaterlande mit
        

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