Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1294359
Zeitr. 
Zöglinge der Caracci u. 
and. Auswärt. 
341 
welcher die öffentlichen Gemälde in Piacenza sehr gut beschrie- 
ben hat, nennt ihn den einzigen unter denduereits verstorbenen 
Malern, dessen sich die Stadt rühmen könne. Dieser Mangel 
liegt nicht im Klima, sondern weil es dort an einer Schule 
fehlt, was jedoch für Piaeenza wieder sehr vortheilhaft gewor- 
den ist. Man durchlaufe nur das Verzeichniss der Maler, die 
dort arbeiteten, womit Carasi's Buch schliesst, und sage, 
ob, die Hauptstiidte ausgenommen, eine andere Stadt in lta- 
lien so von trefllichen Malern aus allen unsern Schulen ver- 
schönt werden ist. Hätte sie Meister gehabt, sie hätten gegen 
einen guten Schüler zwanzig mittelmüssige gezogen, deren Ar- 
beiten die Paläste und Kirchen gefüllt hätten, wie es so vie- 
len andern Städten zweiten Ranges ergangen.  
Zumeist ist für ein Land, wie Eine Universität, so Eine 
Akademie hinlänglich, besonders wo sie, wie in Parma, ge- 
gründet, unterhalten und belebt wird. Don Filippo von Bour- 
bon gab ihr 1757, im zehnten Jahre seiner Regierung das 
Daseyn; und sein königlicher Sohn, der jetzt glücklich regiert, 
hob und hebt sie noch immerfort 8). Nichts ist mehr geeignet, 
unter uns den schönen Genius der Malerei wieder zu wecken, 
als die Art, wie hier belohnt wird. Ist die Aufgabe zu einem 
Bilde gestellt, so werden nicht bloss die Jünglinge desyGebiets, 
sgndefn auch die auswärtigen zur Bewerbung eingeladen; daher 
überall der Eifer der reifsten und geschicktesten Kunstjünger 
glüht, die nach Parma hinblicken. Die Art des Bewerbs, die 
Rcchtschailenheit und Erfahrenheit der Richter, die ganze Form 
des Urtheils beseitigt jeden Verdacht, dass das Bild, welchem 
der Preis zuerkannt worden, nicht das würdigste sei. Der 
Künstler wird reichlich belohnt, aber der vorzüglich beehrgeizte 
Lohn ist der, in diesem Verein unter so vielen Bewerbern für 
den ersten erachtet worden zu sein; damit ist der Künstler aus 
der gemeinen Menge hervorgehoben und oft ihm der Weg zu 
seinen, Glück angebahnt, Das gekrönte Bild bleibt für immer 
lill einem Zimmer der Akademie bei andern in den wforigen 
Jahren gekrönten; es ist eine Reihe, welche die Kunstfreunde 
Sehr anzieht. Nachdem die Cortonisten, welche unter Vßf-e. 
8) Affö in 
angegeben. 
den 
KünBHer 
L. 
angeführten Werkchen hat die 
derselben
        

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