Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1294304
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Oberitalien. 
Die 
Schule 
Z ll 
Parma. 
zen verbrachen 3). Aus diesen Quellen ist denn abzuleiten, 
was man in der Geschichte der Caracci unter verschiedenen 
Jahren erzählt findet: Annihalmfs Auftrag in Rom die fan- 
"neser Gallerie zu malen; Ago stino, als Hofmaler nach Parma 
berufen, wo er starb; Lodovico, nach Piaccnza gesendet, dort 
vereint mit Camillo Procaccini den Dom der Stadt zu 
schmücken. Und hier sind denn auch in Parma die Anfänge 
eines neues Styls, ja neuer Style, weiche sich dort und in dem 
Gebiete im 17. Jahrhundert durch Bologner entwickelten. 
Ihr Schüler war, ausser Bertoj a, GiambatistaTinti, 
SammachinPs Zögling; ferner Giovanni Lanfranco 
und Sisto Badalocchi, welche in Parma die jüngern Ca- 
racci kennen gelernt hatten und sich erst nach Bologna in 
Lodovico's Schule begaben, hierauf Annibale nach Rom 
folgten und dort mit ihm zusammenwohnten. Diese, ohwol 
Zöglinge von Bolognern, gleichen manchen Menschen, die auch 
auswärts heimische Erinnerung und Sprache nic vergessen kön- 
nen. Was nun Lanfranco betrifft, so gestehen Alle, dass 
in grossrüumigen WVerken niemand Cbreggioßs Grossheit hes- 
scr traf, als er, wenn er ihm gleich weder im Coloritiihnlich 
war, noch in Vollendung nahe stand und man ihm eine gewisse 
Ureigenthiimlichkeit nicht absprechen kann. Von diesem ist in 
Parma das Bild aller Heiligen in der Kirche dieses Namens und 
in Piacenza, ausser dem heil. Alexius und Conrad im Dom, 
welche Bellori ausserordentlich lobt, in Madonna di Piazzal 
das Gemälde des heil. Lukas mit einer offenbar, beinah knech- 
tisch der des heil. Gio. zu Parma nachgeahmten Kuppel. Sisto 
Badalocchi 4), nicht geringer als Lanfranco in Leichtig- 
keit und andern illalergahen, näherte sich seinem Style sehr. 
Man hatsogar in Parma gezweifelt, 0h der heil. Quintin in 
seiner Kirche von Lanfranco, oder von ihm gemalt sei. 
Doch von denen, die grösstentheils lebenslänglich unter den 
Caraceisten und auswärts lebten, werden wir schicklicher in 
der hologner Schule sprechen. 
GiambatistaTintilernte inBologna beiSammachini 
3) S. läellori vim dwimzib, p. 34. f. Malvasia T0, l, 
404, f. 442. Orlandi unter Gio. Bat. Trotti. i L. 
4) Bei Malvasla Tu.l, p.'5l7 heisst er Sisto Rosa.
        

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