Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1291223
nedigern jenes Jahrhunderts, welche sie hi zur höchsten Vol- 
lendung trieben. 
Ich habe guten Grund zu glauben, dass mit Antonello, 
oder kurz nach ihm der beste niederländische Schüler Jo- 
"hanns van Eyck in Venedig sich aufgehalten, nälmlich der 
von Vasari genannte Ruggieri aus Brügge  Im Palast 
Nani, wo der jezt lebende Ritter aus einem in diesem edlen 
Geschlechte erblichen Geschmack Denkmale der Vorzeit sam- 
melt, so viel nur möglich, befindet sich auch ein heiliger Hie- 
ronymus zwischen zwei heil. Jungfrauen, mit der Aufschrift: 
Sumus Rugerii mmzus. Das Bild ist besser gemalt, als gezeich- 
net, auf vencdiger Tannen-, nicht auf niederländisches Eichen- 
holz; wesshalb Z anetti es für das Werk eines lnnländers 
hielt. Hätten aber die Venediger um 1500 einen so verdienst- 
irollen Maler gehabt, wie wär' er doch lediglich durch dies eine 
Werk bekannt geworden? Kündet nicht auch die damals ganz 
ungebräuchliche grossartige Aufschrift ohne Angabe des Vaters 
und Geburtsorts einen Maler an, der seine Berühmtheit kennt 
und schaustellt n)? Mir ist es gar nicht unwahrscheinlich, (lass 
Ruggicri nach Italien kam und dort etwas malte 23); wie 
auch sein Schüler Ausse 24), Hugo von Antwerpen, und an- 
21) Weder Carl von Mander, noch Joachim vonSandrart 
sagen davon etwas, dass Rogier van Brügge sein Vaterland verlas- 
sen habe, ohwnl Mander nicht angeben kann, wann und wo Ro- 
gier starb, und überhaupt nur kurz von ihm berichtet." Doch ist 
Italien reich an Werken altniederländischer Malerei, welche gclm" in 
frühen Zeiten dahin kamen. Die Gallerie der Akademie in Venedig, 
so wie die florenzer, kann mehrere Beweise dafür gehen, In den 
Noten zu Lanzi sehe man die Beweise von Rogers Aufenthalt in 
Italien, was Man der nicht wusste, oder verschwieg. Q. 
22) Ruggieri (Rüdiger) war allerdings in Italien ein grosser 
Name seit. 14119, als Cyriacus von Ancona bei seinem Aufenthalte 
in Ferrara. beim Herzog eine Kreuzahnahme sah und so von dem 
Maler sprach; Rugerus Brugiensis pirrlurrun decus 1117410111. 
TTXIII, Rugerius in Brussella post praeclaruuz illum bfugiensgu; 
piclurae rlecus Joannenz, insignis N, T. piclor lzabetur elp. S. C11- 
lucci A. P. T0. XXIII  143. Auch von Barlh. Fan-ins de 
viris illuslribus ward er ausnehmend gelobt. S. Morelli Notiz. 
p. 239. L. 
23) Er kam allerdings dahin und war im heiligen Jahre zu Rom, 
S Fzzcius a. W. p. 45, L. 
'24) Einer der gewöhnlichen Verstösse Vasaris! Baldinixcci 
(B, lV. S. 17) nennt ihn Hans, d. h, Johannes; und in Mol-e]- 
M's Notiz. heisst er Gizmes da Ilrizgia, bei Sunsuvino Gin. rlf 
Bruggia.  Morelli p. ll7 und unterscheidet ihn von Juhunn 
v a. n E y c k. L.
        

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