Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1294270
III. Kap. 
II. Zeitr. 
Coreggio 
und 
seine Jünger. 
333 
Einige fügen noch Jacopo Bertoj a, oder, wie sie irrig- 
sehreihen, Giacinto, bei, der für den Hof in Parma und Ca- 
prarola viel zu thun hatte. Vor nicht gar langer Zeit wurden 
auch einige kleine Gemälde von ihm im königl. Gartenpalast zu 
Parma ausgesägt und in die Akademie geschafft. Die Gegen- 
stände sind mythologisch; aus den Nymphen und allem Ucbrigen 
weht viel von F r ances cois Lieblichkeit an. Gleichwol stim- 
men die von Affö aufgefundenen Nachrichten nicht überein, 
dass er Parmigianino zum Meister gehabt. Im Jahr 1573 
War er noch jung, und Lomazzo in seinomrTenlpio nennt 
ihn Ercole Pro caceinüs Schüler. Er malte viel kleine 
Cabinetbildcr, die ehemals sehr gesucht wurden, und zwei Kir- 
Chenfahnen von Bruderschaften ausgenommen, hat Parma kein 
grosses Gemälde von ihm aufzuweisen.  
iliehr rvegen seines Styls, als der Geschichte gemiiss, hat 
man auch einen Pomponio Amidano unter Parinigiani- 
Do's Schüler gezählt. Unter seine ileissigstenNachfolger muss 
man ihn gewiss zählen, da nicht gcxueine Maler ein Bild von 
ihm in Madonna del Quartiere dem Francesco zugeschrieben 
haben, und es das schönste von ihm in Parnia ist. Sein Styl 
ist edel und breit, vsagt Ratti; nur wird er zuweilen etwas 
flach. 
Pier Antonio Bernabei, genannt della Casa, ist 
nicht aus Parmigianinots Schule, sondern muss einem an- 
dern Gehülfen oder Schüler Coreggiots angehören. lch sehe 
nicht ein, warum Orlandi ihn bloss als einen nicht unedcln 
Maler lobt, da doch seine Kuppel in der Madonna del Quar- 
tiere einen der besten Wandmaler, die damals in der Lombardei 
llnd in Italien lebten, verräth. Er hat dort, wie meistens in 
Seinen Kuppeln, ein gedrängtcs, aber nicht verworrenes Para- 
dies dargestellt; die Figuren sind Coreggisch, höchst rund 
lllld kräftig herausgemalt, die fernsten vielleicht etwas zu sehr, 
indem es an der gehörigen Abstufung fehlt. Diese Kuppel, die 
sich jetzt in das dritte Jahrhundert noch sehr gut erhalten hat, 
ist sein Meistcrstück; doch sind auch in der Karmeliterkirchc 
und sonst einige Bilder von grosser Wirkung. 
Aurelio Barili und Innocenzio Martini aus Parma 
müssten bedeutende Künstler seyn, wenn sie anders in S. Gie- 
vallni und am Kirchgatter gearbeitet haben. Einige Wandbilder
        

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