Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1294212
111. Kap. 
H. Zeitr. 
Coreggio und seine Jimger. 
327 
und dem Jahre 1552 unterzeichnet, verdient erwähnt zu wer- 
den. Man kann es eines der reichsten Gemälde in Klosterspei- 
sesiilen nennen, voll von Figuren über Lebensgrösse, mannich- 
faltig in den Gesichtern, Kleidern, Bewegungen, wie nur eins 
sein kann, gewürzt mit malerischen Seltsamkeiten, und im gan- 
zen Umfange mit reizenden Tinten und einem Zusammcnklang, 
welchem man schon einige Fehler in der Luftperspective, die 
ihm entschlüpften, vergeben kann. Privatleute in Italien haben 
wenig von ihm, weil viele seiner Bilder ausser Landes, haupt- 
sächlich nach Spanien, gekommen sind.  
Giorgio Gandini, von der mütterlichen Seite her auch 
del Grano zubenannt, ehmals für einen Mantuaner gehalten, 
ist von P. Affe, der seine Geschlechtsreihe angegeben hat, 
Parma wieder zugesprochen worden. Wenn wir dem Orlandi 
glauben, so war er nicht nur Coreggiws Schüler, sondern 
man hat auch an seinen Bildern die überarbeitende Hand des 
Meisters bemerkt. P. Zapata, der die Kirchen zu Parma la- 
teinisch beschrieben hat, legt ihm das Hauptbild in S. Michele 
bei, welches in Rutats Wegweiser fälschlich dem Lelio von 
Novellara zugeschrieben whrrl. Das Gemälde könnte jedem aus 
dieser Schule Ehre machen durch Farbenauftrag, Bundheit und 
Sanftheit des Pinsels, wenn gleich mancher etwas zu launische 
Gedanke mitunterliiuft. Wie geachtet er seinen Mitbürgern 
gewesen, kann man aus dem Auftrage, die Tribune des Doms 
zu malen, ersehen, welches Coreggio versprochen, aber vom 
Tode übereilt nicht gehalten hatte. So ging es auch Gandini 
und somit kam der Auftrag an einen Dritten, Girolamo 
Mazznola, der für so grosse Unternehmungen noch nicht 
reif war. 
Andern Orten weise ich Lelio Orsi und Girolamo 
da Carpi an, welche von Andern der parmesaner Schule zu- 
gesellt werden, und gebe dort Rechenschaft von meinem Vor- 
fahren. Als letzte in dieser Schaar zähle ich die beiden Maz- 
Zuoli und fange mit Francesco, genannt il Parmigia- 
llino an, dessen Leben P. Affö beschrieben hat. Dieser hält 
ihn nicht für Coreggims, sondern der beiden Oheime Schü- 
ler; undl in ihrem Arbeitzimmer musste er die Taufe Christi 
malen, welche jetzt den Grafen Sanvitali gehört und für einen 
vierzehnjährigen Knaben, wie Franccsco damals war, wunr-
        

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