Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1294205
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Ob eritalien. 
Schule 
Die 
zu Parma. 
läuligere Arbeit ist an dein Kirchgatter (steccrzfa), wo er, nach 
Vasari, Giulio Romanoßs Cartous ausführte. Dem aber 
widerspricht der Vertrag, welcher dem Anselmi ein Zimmer 
zu Fertigung der Cartons anweiset; auch sendete Giulio nur 
den Entwurf dieser Arbeit nach Parma. In Gallerien ist er 
selten und kostbar, wiewol er wenigstens bis 1554 lebte, WO 
er einen Nachtrag zu seinem Letztwillen machte. 
Bern ardino Gatti, von welchem bei der cremoner 
Schule wieder die Rede seyn wird, von seines Vaters Gewerbe 
il Sojaro genannt, hat viele Denkmale seiner Kunst in meh- 
rern Gegenden hinterlassen. Parma, Piaccnza, Cremona sind 
sehr reich daran. Er gehört zu Coreggioßs ächten und sei- 
nen Grundsätzen treuergebenen Schülern, besonders in Gegen- 
ständen, die der Meister behandelt hatte. Seine Pieta in der 
Nlagdalenenkirche zu Parma, seine Ruhe in Aegypten in S. Si- 
gismondo zu iCremona, seine Krippe in S. Pietro daselbst zeif 
gen, wie Coregigio nachgeahmt werden kann, ohne ihn zu 
copiren. Niemand hat ihm besser in Zartheit der Gesichter 
nachgeeifert. Seine Jungfrauen und Kinder athmen Unschuld, 
Schönheit und Lieblichkeit. Er liebt helle und weissliche Gründe 
und legt eine Süssigkeit in das Colorit, welche man einen 
Hüuptzug an ihm nennen kann. Bei allem dem versäumt er 
nicht seine Gestalten sehr abzurunden, und scheint, nach seines 
Meisters Beispiel, nicht eher die Hand'dnvon abgezogen zu 
haben, al bis sie von allen Seiten vollendet und vollkommen 
waren. Er hatte eine besondere Gabe, die Maler, neben wel- 
chen er arbeitete, 'zu copiren, ja nachzumachen. In Piacenza 
malte er nach Pordenone die Tribuna in S. M. di Canupa- 
gna; da, sagt Vasari, schien alles von Einer Hand zu seyn. 
ln dieser Kirche darf auch sein heil, "Georg dem heil. Augustin 
von Pordenone gegenüber nicht übersehen werden, eine sehr 
rund heraustretende Figur von grosser Bewegung, nach Giu- 
lio Romanws Zeichnung, wie man glaubt dem Wunsche des 
Bestellers zufolge. Wie tüchtig er übrigens an und für sich 
war, sieht man in Parma in mehrern Kirchen, besonders in der 
Kuppel des Kirchcngatters. Es ist ein in allen Theilen ausge- 
zeichnetes WVerk, und die Hauptfigur, die Jungfrau, wunderns- 
würdig und überraschend. Auch seine Vervielfältigung der Brote 
zu Cremona im Speisesaal der Lateranenser, mit seinem Namen
        

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