Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1294197
III. 
Kill" 
Zeitr. 
seine Jünger. 
und 
Coreggio 
325 
Arbeiten. In Bilden-Sammlungen ist er elten. Bei den March. 
Scarani in Bologna half ich eine Madonna mit dem Kinde ge- 
sehen, welches eine Schelle in der Hand hatte, womit auf sei- 
nen Namen angespielt ist; und in dem Hause Bettinelli zu 
Mantua das Bildnis eines Giorgoneartig bekleideten und be-i 
seelten Mannes. 
Von Michelangelo Anselmi hab ich bereits in der 
Siencr Schule flüchtig gesprochen; jetzt thu ich es ausführli- 
cher, nach den seitdem mitgethcilten, oder gelesenen Nachrich- 
ten. Den neuesten Urkunden nach ist es ganz gewiss, dass 
sein Vater, Grossvatex" und Urgrossvater Parmesaner waren; 
er hcisst aber da Lueca, weil er nach Ratti dort 1591 ge- 
boren ward; ausserdem auch da Siena, wo er, wie ich jetzt 
vermuthe, in seiner Jugend wohnte und lernte. Resta lässt 
ihn in der anderwiirts angeführten Handschrift bei S 0d oma ler- 
nen, Azzolino bei Riccio, Sodonnfs Eidam, die beide 
ziemlich lange sich in Lucca aufhielten. Dort konnte er wol 
von ihnen den ersten Unterricht erhalten und später in Siena 
sich fortbilden, wo von seiner Hand das Bild von Fontegiu- 
sta ist, in einem keineswegs lombardischen Style. Hierauf 
kam er schon als Maler nach Parma, älter als Coreggio und 
nur fähig den Styl durch dessen Rath und Muster zu verbes- 
sern, wie Garofalo und viele Andere, die mit Raffael um- 
gingen, thatexi. Als nun im Jahre 1522 Coreggio die Kup- 
pel der Hauptkirche und die grosse 'I'ribune zu malen übernom- 
men hatte, ward für die daranstossenden Capellen Anselmi 
mit Rondani und Parmigianino zugleich gewählt. Die 
Arbeit kam nicht zu Stande; aber die Wahl zeigt doch, dass 
er schon für fähig gehalten wurde, Coreggiws Style nach- 
zugehen, und seine Arbeiten beurkunden ihn als leidenschaft- 
lichen Jünger desselben. Er ist breit in den Umrissen, höchst 
ileissig in den Köpfen, frölich in den Tinten, vorzüglich Freund 
des Rothen, welches er in einem und demselben Bilde verman- 
nichfaltigt und gewissermassen in mehrere Farben zertheilt. Sein 
kleineres Verdienst ist wol die Composition, wo er zuweilen 
durch Ueberilrüngung fehlt. Zu Parma malte er in mehrern 
Kirchen. Das anmuthigste und seinem grossen Muster nächste 
Gemälde ist in S. Stefano der heil. Johannes der Täufer mit 
dem Kirchenheiligen zu den Füssen U. L. F. Aber seine weit-
        

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