Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1294174
III. 
KHP' 
Zeitr. 
Coreggio und seine Jünger. 
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wenn er sie namentlich anführen will. Zu Sassuolo in S. 
Sebastiano aber zeigt man ein Bild von ihm, U. L. F. mit 
mehrern Heiligen, darunter den Kirchenheiligen. Dieser ist die 
lichteste und herrliehste Gestalt, so dass man des Meisters Hand 
darin erkennen möchte, so schön ist Farbenauftrag und Rundung. 
Ein anderer ist Gio. Giarola von Reggio, dessen Wandge- 
mälde in Reggio im Palast Donelli und nnderrvärts vorhanden, 
in Parma aber untergegangen sind. Er war nicht von dem bei 
Wandmalern so häuligen Fehler frei, zuweilen die Umrisse zu 
vernachlässigen, aber geistreich, zart und schon bei Lebzeiten 
sehr geschätzt. Obwol Grabschriften nicht eben die wahrhafte- 
sten Zeugen für die Tüchtigkeit der Verstorbenen sind, so will 
ich doch die des Giarola anführen, deren Zehntel noch, wenn 
man neun Thcilen nicht glauben will, ihm viel Ehre macht: 
Jo. Gerulli, qui adeo excellelztem pingemli artem ecloctus fuerat, 
ut alter Apelles vocaretur. Nach ihm werde ferner ein Mit- 
bürger Coreggiois genannt, Antonio Bernieri, von edelm 
Hause, der in seinem 181811 Jahre den Meister verlor, gewisser. 
massen aber seinen Namen erbte, indem er Antonio da C0- 
reggio genannt zu werden pflegte, woraus manche geschieht- 
liche Misverständniste entsprangen. Landi und Pietro Arc- 
tino zählen ihn zu den trefllichen Miniaturmalern, und auch 
D. Veroniea Gambara, Marquise von Coreggio, schreibt 
von ihm. Ein Oelbild von ihm ist nicht bekannt; doch möchte 
ich ihm darum diese unter llliniaturmalern so gewöhnliche Fer. 
tigkeit nicht absprechen, und eher ihm, als dem Antonio 
Allegri, das turnier Bildnis zu schreiben, wovon oben die 
Rede war. Er lebte lange in Venedig, kannte Rom und starb 
in seinem Geburtsorte. Endlich will ich die Zahl dieser Schü- 
ler mit einem, soviel mir" bekannt, in der Geschichte unbekann- 
ten Namen mehren. Auch ich kenne ihn nur durch eine schöne 
Zeichnung in der Sammlung des P. Fontana des Barnabiten, 
Von welcher ich Th. l. S. 53 gesprochen. Es ist ein Mode- 
Ileser Antonio Bruno, und scheint ein guter Nacheifcrer 
Coreggioßs hinsichtlich der Anmuth, der Verkiirzungen, der 
breiten Lichter, wiewol er weit unrichtiger ist. 
Auch unter den Schülern in Parma sind einige wenig be-N 
rühmte übriggeblieben. Daniello de Por wird von Vasari 
im Leben des Taddeo Zuccaro genannt, Welchem Daniello 
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