Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1294152
lll. 
K3P' 
II. Zeitr. 
Coreggio und seine Jünger. 
321 
uns meldet, zu dessen Nachrichten Mehrere in unserm Jahrhun- 
dert Nachträge geliefert haben, wiewol auch nicht so, dass 
über einige dieser Schüler nicht noch Fragen erhoben werden 
sein, auf welche das Bild der Magdalena gemalt ist; allein dies war 
eine Vorsicht, damit der Grünspan nicht die Malerei zerstören könne, 
trägt aber nichts zur Wirkung der Beleuchtung bei. Dieses Atfect- 
volle und Emptiudsame zeigt sich auch im Style seiner Zeichnung. 
Die Schönheit der Fnrmen genügt ihm noch nicht, er sucht: ihnen 
auch eine reizende, eine überraschende Ansicht abzugewinnen und 
daher kommen die häufigen Verlcürzungen in seinen Bildern. Seine 
Bilder lächeln und weinen und Lebendigkeit zuckt bis in alle Zehen' 
und Fingerspitzen. Ueberhaupt stehn C0reggio's Werke auf ei- 
ner Gränze, über welche hinaus der Affect zur Affectation wird und 
in welche seine Nachahmer sämmtlich verfielen, weil diese Lebendig. 
keit angenommen, nicht, wie dem Coreggio, natürlich war, Nach- 
dem wir vorliegende Bemerkungen schon niedergechrieben, kommen 
uns: Iümstbenzcrkungen auf einer Reise über Willenberg und llleis- 
ein; nm-li Dresden und Prag von A. Hirt. Berlin 1830 gr. 8. in 
die Hände. Es würde ein Mangel sein, wenn wir diese gehalt- und 
geistreiche Schrift nicht wenigstens nachträglich anfiihrten, besonders 
da sie, ausser weitumfassenden Ansichten über Kunstgeschichte, ins- 
besondere S. 46 ff. eine Charakteristik der tVerke des (Joreggio 
enthält, welche, frei von Ueberschätzung, diesen grossen Meister in 
der Malerei würdig ehrt und in seiner ganzen Fülle, Zartheit; und 
Tiefe, wahr, innig und deutlich darstellt, so dass Hirt das ausge- 
spruchen hat, was Viele fühlten, wozu ihnen aber der Ausdruck 
fehlte, und also seine Schrift das Beste ist, was über diesen Gegen- 
stand erschienen ist. Wir freuen uns, in den Ansichten über Co- 
reggi n'a Vilerke, ohne seine Meinung vorher gekannt zu haben, mit 
ihm vollkommen übereinzustimmen und so eine Bestättigung unserer 
eignen Betrachtungen dieses Meisters durch HirtÜs Schrift zu be- 
kommen. Hinsichtlich der Frage: 0h Coreggio nach Rom kam 
und ob er die Antike studirte? sagt Hirt vortrettlich (S. 47). vlvif 
vgestelm, das wir diese Fragen für müssig ansehn, da wir hierüber 
nweder eine Nachricht, noch hierzu einen bestimmten Grund in sei- 
„nen Werken linden, Aber dass er Werke von Raffael sah, daran 
ndürfen wir nicht; zweifeln, da die heil. Cäcilia. in Bologna und die 
Dllladonna di S. Sisto in Piacenza aufgestellt war. Und leicht ist 
„zu glauben, dass 'der Lomharde bei der Ansicht der Gemälde des 
DUrbinaten ausrufen konnte: AuclV io smüpitlure J" --'Hi1't tindet; 
also auch nichts Antikes in Coreggio" s Werken und uns scheint 
in dem Ausruf auch das zu liegen, dass Coreggio eben so wenig 
wie die Antike, den Raffael jemals zum Muster nahm. In dem 
AnvlPia um" pitlarc!  liegt, dass er Raffael für. einen grossgn 
Meister, aber auch sich, ohwol in ganz andrer Richtung, als einen 
Meister anerkannte. Nach Hirt: S. 50 könnte man die sechs Ge- 
Iniilde des Cßreggio, welche sich in der Dresdner Gallerie befin- 
den, in folgende chronologische Ordnung tabellarisch aufzeichnen; 
Franciscus. Bildniss des Arztes. 
Sebastian. 
Magdalena. 
 Nacht. 
Georg. Q. 
"Jid. X 
        

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