Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1294098
III. Kap. 
Il. Zeitr. 
Core rio und seine Jiinver. 
o. 
315 
nah, im Ton Tizian; aber in ihrer Abstufung ist er, nach 
lllengsiens Urtheile, noch erfahrener. Ferner legte er in sein 
Colorit eine Klarheit, wie man sie nicht leicht bei Andern 
sieht; man glaubt die Gegenstände in einem Spiegel zu sehen, 
und wenn Abends bei schwachem Lichte andere Bilder an Kraft 
verlieren, gewinnen die seinigen gewissermassen daran und 
Scheinen wie Phosphore das Diimmernngsbraun zu besiegen. 
Von dem Firnis, den Plinius an Apelles lobt, haben wir 
entweder keinen Begriff in der neuen Malerei, oder wir verdan- 
ken ihn lediglich dem Coreggio. Seinem Fleische haben 
Manche zuweilen mehr Zartheit gewünscht, wiewol Jeder geste- 
hen muss, dass er nach Alter und Personen wumlerrnannichfal- 
tig darin war und eine gewisse XVeiehheit, Saftigkeit und Le- 
bendigkeit hineinlegte, dass es wahr und wirklich scheint. 
Seine Stärke aber, Meisterschaft und Herrschaft über die 
uns bekannten Maler liegt im Verständnis des Lichts und Schat- 
tens. Wie die Natur die Gegenstände nicht mit gleicher Licht- 
lrraft darstellt, sondern nach Oberflächen, Gegensätzen und Ent- 
fernungen sie wechselt, so auch er durch eine unmerklich zu- 
und abnehmende Abstufung; was für die Luftperspective, worin 
man ihn so sehr bewundert, so nöthig und für die Harmonie 
so schön ist. Verhültnismässig eben, so verfuhr er mit den 
Schatten, und verstand in jedem den Wiederschein der näch- 
sten Farbe so fein anzugeben, dass bei starkem Gebrauch der 
Schatten doch nichts Eintöniges, sondern alles mannichfaltig 
ist. Diese seine Trefllichkeit leuchtet besonders aus der Nacht 
der Dresdner Gallerie 23) hervor, und aus der eben dasclbst in 
xiii. 
Sonne, gleichsam verschmolz, was ehen wol Fiinige auf die Ver- 
muthung brachte, dass er sich einer Wachsaullösung bedient haben 
möchte. Dass dieses Verfahren aber auch oft in technischer Hinsicht 
xiaehtheilige Folgen hatte und mislang, davon ist, das, in höhrer 
künstlerischer Rücksicht ausserurdentliche, gemüthvulle Bild in der 
Dresdner Gallerie, welches den hell. Franz und die heil. Katharina 
am Throne der Madonna. darstellt, ein merkwürdiger Beweis, Es 
haben sich alle Stellen dieses Gemäldes, welche mit Lack und an- 
dem dunkeln Farben gemalt sind, die immer schwerer trocknen, als 
die körperlichen und. lichten Farben , in kleine Farbenlclüixipchen zu- 
sammengezogen. Man möchte sagen, die Farbe sei gerunnen, Jlius 
ist wahrscheinlich beim Trocknen des Bildes geschehen; denn es sind 
die Zwischenräumchexi keine Sprünge, wie oft. ältere Bilder erst spü- 
ter bekommen,  Q, 
28) Andere nennen das Bllll richtiger 'l'ilgcißllbfllfll,  L,
        

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