Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1294089
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Oberitaliexx. 
Die Suiuüe zu Parma. 
Raff a el vermied, besiegte er einige Schwierigkeiten, die auch 
nach Mantegna noch übrig waren; daher dieser Theil der 
Perspective erst durch ihn allein zur lllündigkeit kam. 
Mit dieser gewählten annxuthigexi Zeichnung stimmte sein 
Colorit, welches nach Giulio Romano das beste war, das 
er je gesehen, so dass er auch gar nicht zürnte, als der Her- 
zog von Mantua, der Karl. V. ein Geschenk mit Gemälden. ma- 
chen wollte, Coreggio vor ihm beauftragte. Dasselbe Lob 
ertheilt ihm Lomazzo, wenn er ihn für einzig viel mehr als 
selten unter den Coloristen erklärt. Kein Maler war so sorg- 
sam in Zurichtung der Leinwand, auf welche er, wenn sie mit 
wenig Gyps gedeckt war, ohne gute und theuere Farben zu 
sparen, malte 27). Im Farbenauftrag kommt er Giorgione 
2.7) Ein Kenner, der bei Gelegenheit eines herzustellenden Bildes 
von Coreggio seine Behandlung des Colorits zerglieilerte, sagte, 
er hiitte den Gyps 'mit einer Hund gesuttenen (Jets übergangen, dar- 
nuf mit starkem Füzrbenauftrag gemalt und zwei Drittel Uel und ein 
Drittel Firnis beigemischt; die Pktrbeix hätten ausgesucht und rein 
besonders von Setzen sein müssen, als welche mit der Zeit ätzen 
und die Bilder beschädigen; sie immer mehr zu reinigen, hätte dcr 
eben erwähnte Gebrauch des gesotienerl Oels beigetragen, der die 
Salztheile verschluckte. Uehrigens glnuhtc er, C0 reggio habe seine 
Bilder am Feuer, oder an der Sonne erwärmt, dnmit die Farben sich 
gut mischten und gleichmässig verbreiteten, so dass sie mehr aus- 
jgegossen, als aufgesetzt schienen. Den Grund aber des Leuchtens, 
das jedoch die Gegenstände nicht retieetirt, und der Gediegenheit der 
Oberfläche, wie auf griechischen Bildern (fiel. S. 33.  suchte er in 
einem selbst den Niederländern unbekannten Firnis, die einen zwar 
durchsichtigen und heitern, aber nicht so starken hatten. L.  
Man ist auf die nllerwuuderlichsten Vermuthungen gekommen, wg)- 
durch C oreggi o die grosse Wirkung seiner Färbung hervorgebracht 
haben oll. Einige behaupteten, diese wundervnlle Kraft seines Co- 
lorits käme daher, dass er die Gründe, auf die er gemalt, vergoldet 
hätte. Diese lächerliche Itieinung stellt Richards on auf, ohne zu 
bedenken, dass eine metallne, spiegelnde Fiiiclse, nur aus Einem Ge- 
sichtspuncte glänzt, in den andern aber um so dunkler. erscheint. 
Ein ziemlich neuer Schriftsteller über die Htrben der Maler hehuup- 
tet, dass Coreggio sich des tVat-hscs bedient habe. Dies wäre für 
eine Untermalung wol zuzugeben; allein ohneouns in einen Streit 
mit dem erfuhrnen Maler und Chenliker über die Vorzüge des Wuch- 
ses vor dem Oele einzulassen, gehen wir zu bedenken: ob Wachs 
durch irgend eine Bereitung; durchsichtig und flüssig genug gemacht: 
werden könne, um sich deselben, bei der Untermalung oder gar 
beim Lasiren, bedienen. zu können?  Darin kommen alle Kenner 
der Malerei überein, dass Cnreggio höchst sorgfältig in Bereitung 
der Farben war und ihm andere, unbekannte Mittel zu Gebote stan. 
den. Es ist höchst wuhrscheiillich, dass er sich eines Firnisses be- 
diente. und seine Bilder, wie Lnnzi- hier sagt, um Feuer, oder der
        

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