Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1294063
2.12 
Oberitalien. 
Die Schule zu Parma. 
Volksmäbrchen sprechen  Ich halte also für sehr wahr- 
scheinlich, was Vasari sagt, dass dieser göttliche Künstler 
der Nachweltx sein Bildnis zu hinterlassen nicht gesonnen war, 
weil er nicht die llieinung von sich hatte, die er haben konnte, 
dass er also nebst seinen so grossen Gaben auch eine unver- 
gleichliche, unserer Geschichte zur Zier gereiehcnde Bescheiden- 
heit hatte. Die Lebensbeschreibungen der griechischen Maler 
Zeuxis, Parrhasius, Apelles von Dati geben uns fast 
mehr Beispiele von Hochmuth, als Malerkunst 24). 
Mengs hat den letzteniund vollendctsten Styl Coreg- 
gio's, wie den des Tizian und Raffael, zerglietlert und 
in dieser Dreimännerschaft der Malerei ihm die zweite Stelle 
nach Raffael angewiesen, mit der Bemerkung, dieser habe die 
Wirkungen der Seele vorzüglicher als er gemalt, .obwol die 
Wirkungen der Körper schlechter 25). Darin war Coreggio 
unglaublich nxeisterhaft; denn mittels der Farbe und noch mehr 
des Helldunkels stellte er in seinen Bildern ein ldealschönes auf, 
welches das Natur-schöne übertrifft und, wie es nur sich zeigt, 
auch die Kenner bezaubert, so dass sie, was sie nur Seltenes 
gesehen, vergessen. Diesen Beifall hat besonders der heil. Hie- 
ronymus gefunden, der jetzt in der Akademie zu Parma be- 
iindlich ist. Algarotti, als er ihn sah, zog ihn jedem andern 
Gemälde vor, wie er selbst erzählt, und sprach in seinem Her- 
zen zu Coreggio: du allein gefällst mir. Selbst Annibal 
Caracci schwur, als er dies und einige andere Bilder von 
derselben Hand gesehen hatte, in einem bereits erwähnten Briefe 
an seinen Bruder Lodoviee, cr möchte sie nicht mit Raf- 
faePs heil. Cücilie vertauschen, die in Bologna war, wie nach 
23) Dieses Bildnis habe ich noch 1820 neben der Ilauptthür des 
Doms zu Parma gesehn, und ich weiss nicht, warum Lanzi sagt, 
dass man davnn nur wie von einem Mährchen sprechen kann. Dass 
es freilich Coreggiow Bildnis und ihm ähnlich sei, kann nicht 
bewiesen werden. Q. 
24) Auffällig ist, dass Lanzi mehr von Cnreggims Fresken, 
als Oelbildern spricht, und seine Meisterwerke in der Dresdner Gal- 
lerig oberflächlich oüer gar nicht erwähnt, Punigileoni giebl 
dafür ausführliche Nachrichten darüber. Q. 
25) [Ieber Mengs und den kritischen damaligen Standpunct ist 
schon Eingangs dieses Werks gesprochen. Daher brauchen hier diese 
Ansichten nicht berichtigt zu werden. Q.
        

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