Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1294029
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Oberitalien. 
Die Schule zu Parma. 
nachzuahmen fähig gewesen, und was auf die Bedenklichkeit 
zu erwiedern sei, dass Menge, der das lverk doch gesehen, 
es gleichwol nicht unter A ntoni ois Werken nenne. Auch ein 
anderer Zweifel wird gelöst, wie in einem Kloster eine Jagd 
der Diana. mit einer Menge sie begleitender Anioretten gemalt 
werden konnte, und mit all den weltlichen Gegenständen, welche 
im Zimmer selbst in mehrere Lunetten verthcill: sind, wie Gra- 
zien, Parzcn, npferndeVestalianen, Juno nackt am Himmel auf'- 
gehenkt, wie Homer im funfzehnten Buche der lliade beschreibt, 
und anderes dergleichen, das einem Kloster nicht zicmt. Aber 
die Verwunderung legt sich, wenn man weiss, dass dieser Ort 
Aufenthalt einer Acbtissiu zu einer Zeit war, wo man in S; 
Paul ohne Clausur lebte und jede Aebtissin auf Lebenszeit ge- 
wählt ward, Gerichtsbarkeit über Ländereien und Schlösser hatte 
und unabhängig vom Bischof fast als weltlich erschien; 
ein damals, wie Muratori (Anliclzitii ilul. T0. III. p. 332) 
bemerkt, ziemlich weitgrcifender Misbrauchl Die Arbeit wurde 
von einer D. Giovanna von Piacenza bestellt, welche damals 
das Kloster beaufsichtigte, und geleitet wurde wahrscheinlich 
der Maler in dem gelehrten Theiie des Bildes von dem be- 
rühmten Gelehrten Giorgio Ansclmi, der eine Tochter 
unter den (iortigen Nonnen hatte. Soviel von einer Aibhanrl- 
hing, welche zu den gediegensten und geistreichsten gehört, 
die ich je gelesen. Die Bilder werden von Rosaspin a nach 
Beendigung derer in S. Giovanni gestochen werden, an weichen 
er auf Antrag des Abts Mazza zum Besten der Kunst und zu 
Ehre seines Namens so eben arbeitet. 
Diese wunderschöne Arbeit Coreggims in S. Padla em- 
pfahl ihn so sehr bei den Cassinensischen Vätern, dass sie ihn 
zu der grossen Arbeit in der Kirche S. Giovanni icrtriihlteu, 
welche 1520 verabredet 20) und 1524 vollendet ward, wie aus 
den Urkunden erhellt. Ausser Cinigjül kleinem Arbeiten ver- 
zierte er auch die 'I'ribune, welche spiiter, um das Chor zu 
20) Tiralsoschi fand kein nnsgenzzu-ht (Jorvggioscixes Bild von 
17 bis 20 dieses Jahrhulnierls , um! veruninsstrs dadurch den neuen 
Herausgeber des Vasari, ihn drei Jahre in Run: als läaffaePi-J 
Gehülfen lebcn zu lassen, naah dessen Tode im Jahr 1:320 A ntnuin 
in die Lombardei zurückgekehrt sei. Dagegen aber zeugen die von 
uns angegebenen Zeilbesliuxmungexx. L.
        

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