Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1294013
III. 
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Zeitr. 
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und 
seine Jünger. 
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Kurz, auch bei diesem Künstler scheint 'man einen Mittelweg 
zwischen dem, den er als Schüler sich bildete, und dem, den 
er als llleister vollendete, annehmen zu müssen. Mir ist wahr- 
scheinlich, was ich einst hörte, Coreggio habe ich in meh- 
rern Stylen versucht, eh er den gefunden, der ihn auszeiehnete, 
und dies seider Grund, warum er Manchen nicht Ein, son- 
dern mehrere Maler scheine. Er trug in seinenSeele ein Ur- 
bild des Schönen und vollendeten, das er' zum Theil von andern 
Künstlern entlehnte, theils aus sich selbst schuf; ein Urbild, 
das Zeit und Mühe zur Reife brauchte; daher er wie die Phy- 
siker verfahren musste, welche hundert und aberhundert Ver- 
Suche machen, ehe sie die ihnen? innwohnende ldee bestättigt. 
finden. 
Bei einem Stufengange und einem Künstler, der in jedem 
Werke sich selbst übertrifft, ist die Zeit seines neuen Styls 
nicht leicht zu bestimmen. In Boni sah ich einst ein sehr 
Schönes Bildchen, welches im Hintergrunde die Verhaftung 
Christi im Garten, im Vordergrunde den Jüngling, der fliehend 
den Mantel lässt, vorstellt. Das Urbild davon ist in England, 
eine Wiederholung in Mailand beim Grafen Khevenhüller; das 
römische hatte in alten Schriftzügen die Angabe 1505, die ganz 
sicher falsch ist. Eine wahrseheinlichere stand auf der Ver- 
mählung der heil. Katharina des ehmaligen ersten Ministers des 
Königs von Polen, Brühl I9); einem Bilde, das ganz dem an- 
dern auf Capo di ilionte gleich ist. Dort steht das Jahr 1517. 
In diesem, des Künstlers drei und zwanzigsten Lebensjahre mag 
01' wol seines neuen'Sty1es schon ziemlich Meister gewesen 
Sßyn; denn 1518 oder 1519 malte er in Parma das noch im 
Kloster des heil. Paulus vorhandene Bild. Dies ist nach vie- 
lem Streiten neuerdings für „eine der geistreichsten, grossar- 
tigsteu, gebildetsten Erfindungen, die je aus jenem göttlichen 
Pinsel hervorgegangen" anerkannt und auch dessen wahre 
Zeit von Affe in einem schönen Werkchen bestimmt wor- 
den, welches für die Geschichte sehr anziehend ist. Es wird 
darin gezeigt, wie Coreggio die Alten schon in Parma 
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 19)_ Dies Gemälde soll sich nach Pungileoni Vol. H. p. 107 
3911i In Petersburg befinden, Er und Lanzi schöpften aus Hubert 
"m! Rost. Q,  
V 2
        

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