Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1293919
III. Kap. 
Il. Zeitr. 
Coreggio und seine Jünger. 
297 
219" Bande; Ritt. Ratti in seinem Werke über Leben und 
Werke des Allegri, Finale 1781  Tiraboschi in den Nu- 
tizie über modeneser Künstler; P. Affo in den angeführten 
Werken, der geschichtlich genauer ist z). 
 Alle diese und noch früher Scannelli und Orlandi 
haben geklagt, dass Vasari des Künstlers Lage so gar niedrig 
geschildert habe 3), der doch in einer berühmten Stadt, von 
guter Familie, nicht ohne Glücksgütcr geboren worden, wodurch 
er gleich anfangs eine förderliche Erziehung zu geniessen im 
Stande gewesen sei 4). Auch darin haben sie Vasari geta- 
delt, dass er, allzu leichtgläubig, ihn als elend, schwermüthig, 
unter der Last einer zahlreichen Familie seufzend geschildert, 
als schlecht gekannt, schlecht für seine Arbeiten bezahlt; da 
wir doch wussten, dass er von Grosscn geachtet und ansehn- 
lich belohnt worden sei, also auch seiner Familie ein reiches 
Erbe hinterlassen habe. Einige Uebertreibung räume ich zwar 
in Vasari ein, jedoch liegt etwas Wahres zum Grunde, und 
vergleicht man Coreggifs Aufträge und Einnahme mit de- 
nen des Raffael, Michelangelo, Tizian, ja Vasari selbst, 
so wird man sich nicht wundern, dass der Geschichtschreiber 
sein Loos beklagte 5). Annibal Curacci bemitlcidete ihn 
1) 0a r. Giu s. Ratti notfze BIOTiCIAB rincerä intorno Ia vilo e 
l , npere da" Anton. Allegri da Cnreggio. Q, 
2) Sehr überschwänglich wird auch in Fried r. Schlegels Zeit- 
schrift Europa I, l. S. 124- I3? (Frkf. 1803. S) über Coreggin 
gesprochen. W.  Neuer als obige Werke sind: P, Luigi 
Pungileoni, Menwrie istoriche di Antonio Allegri (Ietlo il Coreg- 
gio, Parma 1817. Da. dieses Buch Vieles enthält, was von den Be- 
hauptungen älterer Lebensbeschreiber des Coreggio gänzlich ab- 
weicht, so werden wir öfter darauf zurückkommen müssen. Q. 
3) lm Anfange der Lebensbeschreibung: „er war sehr schüchter- 
nen Gemüths und üble angestrengt zu eigenem Ungemach die Kunst. 
für die Familie, die ihn drückte," Und gegen das Ende: "Antonio 
wünschte als einer, den seine Familie drückte  er hatte vier Kin- 
der  immer zu sparen, und war dabei so geizig, dass er es nicht 
mehr seyn konnle;" underwärts sagt er: „er machte sich nichts aus 
sich und begnügte sich mit wenigem." L. l 
4) Pungileone hat bewiesen, dass Coreggio z. B. seine 
Schwester mit 100 Ducalen in Gold (damals nicht wenig) ausstatteto 
und Grundstücke kaufte. Q. 
5) Dies Beklagen lliesst aus zwei unreinen Quellen; die eine ist 
die unersätlliche Habgier und die andere der Neid der Bnlogneser 
auf Raffaels Verdienste. Um Letztem herahzusetzen, suchten sie
        

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