Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1293851
Zeitraum. 
III. 
Die Modeneser 
des 17. Jahrhunderts. 
291 
Jahrhundert Antonio Joli, auch aus Modena, der in der 
Theorie der Baukunst begründet nach Rom ging und in Pan- 
nini's Schule sich zu einem der berühmtesten Bauten- und 
Vcrzierungsmaler, die in unserer Zeit gelebt haben, bildete. 
Als solcher auf den Sehaubühnen Spaniens, Englands, Deutsch- 
lands, wo er gearbeitet hatte, begrüsst, ward er in Neapel 
Karls III. und des Königs, seines Sohnes, Maler. Giuseppe 
Dallamano, ein unwissender Mensch, der, wie es heisst, nicht 
lesen konnte, kannte nicht die Anfangsgründe der Kunst, über- 
raschte aber durch ein ausserordentliehes Talent, besonders im 
Cßlorit, auch Gelehrte; er lebte und arbeitete lange in T'ai-in 
auch in Diensten des königlichen Hauses. Sein Schüler Fas- 
Setti hatte auch etwas Ausserordentliches; denn, nachdem er 
erst im 288W" Jahre ihm die Farben zu reiben angefangen, 
dann ihn nachgeahmt hatte, ward er endlich mit Franceseo 
Bibienzfs Beistand einer der besten Theatermaler der Lom- 
bardei. Er war aus Reggio; und von dort, auch aus Bibie- 
he's Schule, stammte ebenfalls Zinani und sein Sohn Spag- 
giasi; denn der Meister des Vaters, der als Maler des Königs 
von Polen starb, ist unbekannt. Zu ihnen kann man noch Bar- 
toli, Zannicchelli, Bazzani und andere gestorbene, oder 
auch noch lebende, setzen; daher Tiraboschi mit Wahrheit 
sagen konnte, Reggio hat den „Ruhxu, immer trellliche Thea- 
termaler hervorgebracht zu haben  
L 
3) Die Theatermsler werden in Italien so gechätzt, wie die an- 
Üern Künstler, deren YVerke auf der Bühne erscheinen; ihr Name 
wird, wie der de Dichters und Compositeurs, auf dem Ankündigungs- 
Matte bei jeder neuen Oper genannt. und sie werden nicht selten, 
Wie der Meister oder die Sänger, gerufen. Sie verdienen auch diese 
Auszeichnung; denn diese Künstler wissen sich vollkünnnen in den 
Geist des Schauspiels zu versetzen, wodurch ihre Vorhänge so die 
übereinstimmenden Hintergründe zu dem beweglichen Bilde des Schau- 
ipiels machen, wie ein liistorlenmaler zu seinen Scenen zweckmäs- 
sig die Umgebungen wählt, die zur Wirkung des Ganzen beitragen. 
Es ist zu bemerken, dass die italienischen Theatermaler bei Archi- 
tekturen die Schatten ganz anders behandeln als Deutsche und Fran- 
zosen, und dass sie auf eine von diesen völlig abweichende Art die 
Luftperspeetive hervorbringen. Sie mischen die Schatlentinte für 
Nähe und Ferne aus Einem Tone und von gleicher Stärke; allein 
bei runden Körpern, wie z. B. Säulen, sind die Schatten nicht in 
Flächen und mit einem magern Pinsel nach dem Lichte hin vertrieben 
aufgetragen, sondern werden durch Senkrechte Parallellinien, welche 
man nach der Lichtseite hin weiter von einander zieht, hervorge- 
T 2
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.