Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1293832
Zeitraum. 
III. 
Die Modeneser 
17. Jahrhunderts. 
des 
289 
blühten, waren meistentheils anderwärts erzogen. Bonaven- 
tura Lamberti aus Carpi war unter Cignani, wie bei 
der römischen Schule bemerkt wurde. Dort war seine würdige 
Bühne. Zu derselben Zeit lebte in Modena und malte dort viel 
Flrancesco Stringa, der, wenn ich nicht irre, niemanden 
lieber ähneln mochte, als Lann und Guercino selbst. Manche 
halten ihn für des Ersten, manche für des Zweiten Schüler; ge- 
wiss ist nur, dass er sich an ihren und anderer trefilichen Mei- 
Ster Werken bildete, welche er als Aufseher der grossen cste- 
sehen Gallerie mit Musse studiren konnte. Von Natur frucht- 
bar an G_edanken, geistreich und höchst handfertig malte er 
viel, nicht ohne Beifall, im Dom und in mehrern Kirchen. Was 
ihn kennzeichnet, ist ein mit Schatten und etwas länglichen 
Körperverhiiltnissen überladener Styl, nicht ohne etwas launen- 
haft Seltsames in Bewegungen und Composition. Als er alt 
wurde, ging er, wie gewöhnlich, zurück. 
Er war der erste Lehrer des Jacopo Zoboli, der nach 
Bologna, dann nach Rom ging, dort blieb und 1761 im Ruf 
eines guten Malers starb. Diesen erwarb er sich besonders in 
der Eustachiuskirche, wo er unter den Neuesten durch seinen 
S. Girolamo voransteht, welcher einen damals nicht gemeinen 
Fleiss, Feinheit des Pinsels und Farbenverband athmet. Die 
Primaskirehe in Pisa hatte von seiner Hand einen Matthäus, 
welcher mit Auilegung des heiligen Schleiers Gott eine junge 
Fürstin weiht; ein grosses Gemälde! Von Stringa und seiner 
Schule wurden zwei andere Modeneser, Francesco Vellani 
und Antonio Consetti in die Kunst eingeweiht, welche kurz 
nach einander in diesen letzten Jahren. starben. Beide verra- 
tllen einen dem damaligen bologner ähnlichen Geschmack. Der 
Erste ist jedoch nicht so genau in der Zeichnung, wie der 
Zweite, der darin streng und ein beliebter Meister war. Durch 
eine gewisse Härte zwar des Colorits befriedigt er das Auge 
nicht ganz, was an einem, der, wie er, aus CretPs Schule 
stammte, nichts Neues ist. Modena und dessen Gebiet haben 
genug Bilder von ihnen. Mit Ehren mischen sich unter diese 
Vorgänger andere neuere Künstler; ich nenne sie aber, meinem 
Vorsatze gemäss, nicht. Immer wird einOrt zur Belehrung 
mitwirken; wie denn in der Gallerie Sr. Hoh. eine Sammlung 
Vßn Zeichnungen und Gemälden vorhanden ist, welche Italien 
u. es. T
        

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