Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1293823
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Oberitalien. 
Modeneser 
Schule- 
mehrern Städten Italiens und Venedig selbst bekannt, wohin er 
eine Malerin, seine Schwester Flamminia, brachte. Beide 
lobt Boschini auch ihrer ölientlichen Arbeiten wegen. Zu- 
weilen ist er, wie im Orto zu Piacenza, seinem Meister so treu, 
dass er dem Cesare Gennari nicht nachsteht. Anderwärts 
ist er freier, doch auch dann seiner Schule nicht ganz fremd 
und immer schön, wie Zanetti bemerkt, ja wenn ich nicht 
irre, voller Wahrheit.-'Er' ging zuletzt an den baierischen Hof 
und diente daselbst bis.an seinen Tod. 
Dem Gucrcino gehört. auch als Nachahmer seines Styls 
Lodovico Lana, wiewol er von Scarsellini unterrichtet 
wurde und daher von Einigen zu den Ferrarcrn gerechnet wird. 
Wahrscheinlicher war aber Lana im modenisehen Gebiete ge- 
boren, und in Modena war sein Wohnsitz und seine Schule. 
Dort hat man einen grossen Begriff von ihm, theils wegen vie- 
ler anderer schöner Erzeugnisse, theils aber hauptsächlich wegen 
eines Bildes in der Kirche del Voto, wo er Modena von der 
Geissel der Pest befreit darstellte. Nach dem allgemeinen Ur- 
theile malte er kein besseres Bild und jetzt sind in den dorti- 
gen Kirchen wenige, die mit diesem in Composition, Zeich- 
nung, Kraft des Colorits, Uebereinstimmung, Neuigkeit und 
Fülle der Bilder, welche fesseln, um den P-reis streiten könn- 
ten. Lana gehört zu Guercino's freisten Nachahmern; er 
hat im Ganzen seinen dreisten, nur minder starken Schwung 
und Wurf im Vortrag, und Geschmack; in manchen Bewegun- 
gen etwa von Tintoretto, oder vielmehr Scarsellini, 
im Colorit aber und in- den GesichternUi-eigenkraft. Zwischen, 
ihm und Pesari herrschte, iwie zwischen ihren Schulenhäup- 
tern", auch des entgegengesetzten Styls wegen, eine Nebeubuh- 
lerschaft. Pesari scheint ihm gewichen zu seyn, denn er be- 
gab sich nach Venedig und lebte dort; wogegen Lana in Mc- 
dena alsiLeiter einer Akademie blieb, welche damals durch ei- 
nen Ruf gehalten und in ganz Italien gefeiert war. Noch ist 
Lanais Name in Bologna und den Naehbarstädten berühmt, 
und in Unteritalien nicht erloehen; am meisten sieht manvon 
ihm  in Sammlungenfalte Köpfe voll Majestät und mit einer 
Kühnheit des Pinsels hingeworfen, die ihn als tüchtigen Maler 
beurkundet. 
Die, welche nach ihm in Morlcna oder seinem Gebiet
        

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