Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1293815
II. Kap. 
III. Zeitr. 
Modeneser 
Die 
des 
17. Jahrh. 
287 
Wenig, und besonders schätzt man hier die Kuppel des heil. 
Vincentius. Caula verliess seine Vaterstadt nur, um sich in 
Venedig mehr zu bilden. Von da kehrte er mit einem reichen 
und blühenden Style zurück, wie Orlandi auf Anlass des 
grossen Bildes, die Pest, in S. Carlo bemerkt. Nachher än- 
derte er seine Tintcngebung und wurde matt; so zumeist in 
Reinen Altar- und Cabinetbildern. 
Mehrere Reggianer wurden von Lionello Spada und 
Desani, seinem Schüler und Gehiilfen, bei den vielen Arbei- 
ten, die sie in Rcggio lieferten, in der Malerei unterwiesen; 
nämlich Scbastiano Vercellesi, Pietro Martire Ar- 
mani und vor allen Orazio Talum i. Diesem genügte es 
nicht, wie den andern Beiden, daheim zu bleiben; er durchreiste 
ltalien, studirte unermüdet die Caracci und brachte es in 
Figuren soweit, dass man ihn für einen ihrer Schüler halten 
könnte. In Rom, wo er zweimal war, legte er sich sehr auf 
die Perspective; er beobachtet ihre Gesetze auf das gewissen- 
hafteste in edeln und grossartigen Gebäuden, die er in seinen 
Compositioncn anbringt, und in seinem ganzen Verfahren liebt 
er Gediegenheit mehr, als das Angenehme. Sein Geburtsort hat 
viel Arbeiten von ihm und lobt besonders zwei grosse höchst 
ligurenreiche Bilder, die im Presbyterium des Doms befindlich 
sind. Seinen Styl ahmte Jacopo B-accarini nach, von wcl- 
chem Buonvicini zwei Bilder gestochen hat, eine Ruhe iu 
Aegypten und einen todten heil. Alexius, welche in S. Filippo 
Sieh belinden. Die Behandlung dieses Malers ist sehr gehalten 
11ml ziemlich angenehm. Derselbe Talami unterrichtete in 
der Perspective Mattia Benedetti, einen im Aööecedariu 
gelobten Priester, der nebst seinem Bruder Lodovieo einen 
ehrenvollen Platz in dieser Schaar behauptet. Von Lionello 
Scheidet man wenigstens im Geschmack Paolo Emilio Be- 
Sßnzi, Albanots "grossen Anhänger, entweder durch Bildung 
oder Naturanlage. Reggio hat besonder in S. Pietro Ge- 
mälde von ihm, die seine höchste Tüchtigkeit beweisen; aus- 
Rerdem auch Standbilder und Gebäude von sehr gutem Ge- 
schmack; denn, nach dem Beispiel der besten Alten, vereinte 
91' diese drei Schwesterkünste in sich. 
_ Auch Guercino zog dem Staat einen trefllichen Maler 
"l Antonio Triva von Reggio. Dieser machte sich in
        

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