Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1293793
lI. Kap. 
III. Zeitr. 
Die Modeneser des 
17. Jahrh. 
235 
Die drei Folgenden gehören auch dem Style nach zur 
Schule der Caracci. Giacomo Cavedone, in Sassuolo 
geboren, aber von Jugend auf ausser Lands lebend, wird für 
einen der besten Anhänger Lodovicoas gehalten. Giulio 
Secchiari aus Modena war auch in Rom und Mantua, wo er 
für den Hof nicht wenig Bilder malte, die bei der Plünderung 
1630 zu Grunde gingen. Was in seinem Vaterlande übrig ist, 
besonders der Uebergang U. L. F., im unterirdischen Theile des 
Doms mit vier Schilden umher, lässt sehr bedauern, dass Giu- 
lio in den Gemüldesammlungen nicht so bekannt, wie andere 
Schüler der Caracci, ist. Camillo Gavassetti, auch aus 
Modena, hat eben auch mehr Verdienst, als Ruf, thcils weil er 
jung starb, theils weil er sich sehr auf- Wandbilder legte, 
Welche, weil sie bleiben wo sie sind, eines Künstlers Ruf sehr 
beschyäilkgn, ln Piacenza ist er besser, als in Modena, Parma, 
oder anderwärts bekannt. Das Presbyterium der Kirche des 
heil. Antonius hat ein Gemälde von ihm aus apokalyptischen 
Bildern bestehend, die so gut ausgeführt sind, dass Guercino, 
als er in Piacenza sein schönstes Bild malte, es sehr lobte; 
und noch jetzt wird es unter die schönsten Stücke dieser höchst 
zierlichen Stadt gerechnet. Es hat eine Grossheit, einen Geist, 
eine Wahl bei so viel Anmuth und Verbindung der Tinten, 
dass es durch seine Gesamtheit überrascht, und doch auch 
Theil für Theil befriedigt; nur manche allzugewaltige Bewe- 
gung, und manche minder fleissig bedachte Figur misfällt. Er 
zog die Aemsigkeit der Vollendung vor und stritt darüber, wie 
Baldinucci erzählt, mit Tiarini, Welcher das Gegentheil 
behauptete und that; daher er ihm in Parma in wichtigen Ar- 
beiten vorgezogen wurde. In Piacenza jedoch in S. Maria di 
Cümpagna, wo beide zugleich Geschichten aus der Schrift mal- 
ten, hält sich Gavassetti neben Tiarini und vielen andern 
für die damalige Zeit tüchtigen Mitwerbern. , 
Als in Bologna auf die Caracci ihre Zöglinge folgten, 
bildete sich die Jugend des Nachharstaats Modena nach den 
Bolognern, welche sie an dem Hofe der Este geschätzt sah. 
Damals lebten Franz I. und Alfons lV., die bei Malvasia als 
L1 
wo Slirn und Nase ein vollständiges Dreieck 
man doch die Manier kaum treiben!  
in Profil, 
{er kann 
bilden. 
Q.
        

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