Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1293753
QII. K. II. Zeitr. 
Coreggisten im 16. Jfxhrh. 
Raffaelisten u. 
281 
sind. In beiden Städten sind wenig Altarbilder von ihm, die 
übrigen zerstreut; eines derselben, Hiob, Roehus und Seba- 
stian sah ich zu Bologna in Armanno's Arbeitzimnler." Ei- 
nige andere angeblich von ihm in Parma 5), Ancona, Mantua 
sind nicht so ganz ausgemacht, und es ist sehr wahrscheinlich, 
dass Lelio, zwischen Reggio und Novellara getheilt, sich 
weder lange, noch weit davon entfernt, und mithin unbekannter 
geblieben, als viele weit unbedeutendere Maler. Hiemit wird 
Vasai-Vs, Lomazzvs, Baidinuccias und der Auswärti- 
gen Schweigen gereehtfertiget.  
Aus Leliois Schule ging wahrscheinlich J acopo Bor- 
bone von Novellara hervor, der 1614 bei den Osservanti in 
Mantua einen Theil des Klosters malte, und Orazio Perucci, 
von welchem jetzt etliche Bilder in Privathäusern und ein AI- 
tarbild in S. Giovanni übrig sind. Orsi's Schüler war ge- 
wiss Raffaello Motta, bekannt unter dem Namen Raffael- 
lino da Reggio, von welcheni sein Geburtsort einige Wenige 
Wandbilder hat; ein grosser Genius, der es verdiente, Rom zur 
Bühne zu haben, wie ich bereits sagte, und dort als ein zwei- 
ter vor der Zeit dahingegangendr Raffael beweint zu werden. 
Carpi hatte in diesem Jahrhundert Orazio Grillen- 
zone, der viel in Ferrara lebte, wo Tasso ihn kannte und 
mit dem Gespräch Il Grillenzone o 1' epitaßo unsterblich machte. 
Dort aber ist kein Gemälde von ihm und selbst in Carpi ist 
nicht alles, was man seine Arbeit nennt, gewiss von ihm. Ich 
spreche hier nicht von dem berühmten Girolamo Carpi; 
denn er war aus Ferrara, wie bemerkt ward. Von Ugo da. 
Carpi, als Maler, könnte man wol schweigen; er war mittel- 
müssig, wenn er mit dem Pinsel, und noch weniger als mit- 
telmüssig, wenn er aus einer seltsamen Grille mit den Fingern 
malte und es unter dem Bilde bemerkte, wie dem Volto Saum 
zu S. Pietro in Rom. Doch muss man seiner ehrenvoll gcden- 
leer; als Erfinders der Holzschnitte aus zwei, nachher drei Stük- 
ken, um die drei Tinten auszudrücken, Schatten, Halbtinten 
und Lichter 5). So konnte er der Welt manche Zeichnungen 
 P. Affö p. 27. 124. L. 
6) Die Deutschen finden die Holzschnitte in Hellduxlkel in Deutsch. 
land vor Ugo. Zum Beweise führen sie Job. Huldrcich Pil.
        

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