Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1293730
ll. K. ll. Zeitr. 
Baffaelisten u. Coreggisten 
im ißJuhrh. 
279 
im Colorit. Er unterzeichnete sich Ercnle däsetti, und latei- 
nisch Hercules Septimius. Vedriani verbindet mit ihm ci-- 
nen Francesco Madonnina, und schildert ihn als einen 
der ausgezeichneteren Maler der Stadt. In Modena ist wenig 
von ihm, wonach man seinen Styl beurtheilen könnte. Von 
Gio. Batista lngoni, Niccnlfvs Nebenbuhler, wie ihn 
Vasari nennt, ebenfalls wenig und dies wenige unbedeutend. 
Von Gio. Batista Codibue habe ich nichts gesehen, finde 
aber seine Verkündigung bei den Karmelitem und andere, so- 
wol malerische, als bildnerische Arbeiten, sehr geschätzt. Gros- 
ses Lob wird auch dem Domenico Carnevalea) wegen 
schon untergegangener Wandbilder gespendet; Oelgemäilde von 
ihm giebt es wenig, die aber sehr geschützt werden. Eines, die 
Erscheinung U. H. ist in einer der Bildersammlungen des F ür- 
sten, ein anderes, die Beschneidung, im Palast der Grafen Cesi. 
Auch in Rom war er geehrt, und zu seinem Lobe braucht man 
nur zu sagen, dass er dort die Gemälde Michelangelfs 
hcrstellte, wie in den Anmerkungen zu Vasari erzählt wird. 
Auch Reggirf Schule rühmt sich von Raffael abzu- 
stammen; für seinen Schüler hat man Bernardino Zac- 
chetti gehalten, wovon jedoch die Geschichtschreiber und die 
dicsfalls angeführten Urkunden nicht völlig überzeugen. VielÄ 
leicht gaben sein Bild in S. Prospero, das in Garofalo's Ge- 
schmack gezeichnet und gemalt ist, und andere, die viel Raf- 
faelsches haben, dazu Anlass. Aber Italien war damals reich 
m1 Raffaelisten, die nicht nur mündlich von ihm, sondern 
auch durch seine Bilder, oder Kupferstiche gebildet waren. Seine 
ßhgeblichen Arbeiten in Rom, und sein Arbeiten mit Buonar- 
Toti in der sixtiner Capelle sind Angaben Azzari's in sei- 
nem Compendio, die kein Alter bestättigt. Eher kann man 
ihm zugeben, dass Giarola Corcggifs Schüler gewesen; 
ja als solchen behalte ich mir ihn zur Schule von Parma vor 4). 
L 
3) Nicht zu verwechseln mit dem grossen, ernsten, ehrwürdigen 
Meister F. liartolommeo Corrndini von Urbino, der auch Unr- 
Ilevale genannt wird.   
4) Es ist hierbei zu bemerken, dass man mit 6er Benennung: 
Rnffaelisch, sehr verschwendrisch wurde, weil man den Werlh 
ües Raffael nicht mehr zu fühlen vermochte. Wenn in einem 
Hilde Proiilgesichter, biirtige Alte, eine bräunliche Füxrbe angebracht
        

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