Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1293727
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Oberitalien. 
Modeneser 
Schule. 
Gegenständen den Ruf in der Malerei. Ein Bruder von ihm, 
Piet-ro Paolo, wird als sehr glücklich in Darstellung wilder 
Pferde, oder Kriegsgetümmels gerühmt, nach welcher Vermu- 
thung ihm einige kleine Bilder der herzoglichen Gallerie unter 
denen aus der Aeneis zugeschrieben, werden. In Lan cillo t- 
to's Chronik findet man einen Sohn Niceolifs, Giulio 
Camillo, der mit ihm nach Frankreich ging, jedoch in lta- 
lien fast unbekannt blieb. Sehr bekannt und nach dem Gross- 
vater der Beste in der Familie ist Ercole, Giuliws Sohn, 
obwol sein Ruf durch Müssiggang und mithin unglückliches Le- 
ben verdunkelt wird. Er malte viel und wie Leute seiner Art 
pflegen, verkümmertc er den Werth seiner Arbeiten durch Nach- 
lässigkeit und Eil. Dass er etwas geleistet, kann man weniger 
aus Marinws käuflichen Gedichten, als aus den Aufträgen 
des modeneser Hofes sehen, vor allem aber aus der Hochzeit 
zu Kanaan in der Gallerie Sr. H., welche allerdings schön 
gearbeitet ist und in vielen Stücken einen Anflug der venedi- 
ger Schule hat. Seine grösste Arbeit ist im Rathsaale, wo 
Schedone bald Gehülf, bald Nebenbuhler war; Gehülf in den 
gemeinsam ausgeführten Bildern, Nebenbuhler in denen, die 
jeder selbst malte; und dass er in diesen von einem so gros- 
sen Mitwerber besiegt wurde, mindert seinen Werth nicht. Der 
letzte Maler der Familie ist Pietro Paolo, Ercole's Sohn, 
der 1630 im 3891811 Jahre starb, Ich preche hier von ihm, 
um ihn nicht von seinen Ahnen zu trennen, deren er nicht 
unwürdig war. Er hatte seines Vaters Behandlungsart, aber 
nicht seinen Genius; ja, in manchen Bildern, die ganz sicher 
von seiner Hand sind, möchte man ihn kalt nennen. leh sage, 
die ganz sicher von seiner Hand sind; denn über einige strei- 
tct man, ob sie unter des Vaters mittelmüssige, oder seine be-' 
sten zu rechnen seien. 
Ausser den Raffaelisten und ihren Zöglingen linde ieh 
im sechzehnten Jahrhundert Modeneser, die einen andern Styl 
hatten, und keinen ziehe ich dem wackcrn Kupferstecher und 
vielverdienten Maler Ercole de'Setti vor. Von ihm sind 
in Modena einige Altargemiilde; und Cabinetbilder von ihm habe 
ich, doch selten, gesehen von einer Zeichnung, die mehr Gros- 
ses, als Liebliches hat. lm Nackten ist 81' ileissig und über- 
legt, fast wie ein Florenzer, munter in den Bewegungen, stark
        

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