Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1293702
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Oberilalien. 
Modeneser 
Schule. 
tiger Wandmaler zeigt sich ebenfalis Alberto Fontana, 
welcher die Fleischscharren innen und- aussen malte; Gemälde, 
"die Raffaeliseh scheinen," sagt Scanelli, wiewol er sie 
irrig dem Niccolö d e IPAbate beilegt. Und wirklich gleicht 
sich nach VedrianPsBemerkung der Styl Beider gar sehr; 
entweder, weil beide aus Begarelli schöpften, wie derselbe 
Gcschichtschreiber anzndeutcn scheint, oder irgendwie aus der 
Schule MnnarPs. Uebrigens ist bei aller Aehnlichkeit doch 
auch wieder ein grosscr Unterschied zwischen ihnen, und iindct 
man in Alberitods Figuren schöne Gesichter, die in den Tin- 
ten es mit Niccolo aufnehmen, können, so ist doch auch 
durchaus weniger Zeichnung und zuweilen etwas. Rohes und 
Schiverfälliges bemerkbar. Gehen wir nun zu seinem Neben- 
buhler über und sprechen etwas ausführlicher über ihn, wie die 
Würde eines Malers fordert, den Algarotti unter „die ersten, 
die in der Welt geblüht," zählt! 
Einige haben vermuthet, Niccolö deIVAbate sei von 
Coreggio unterwiesen worden; was nicht durchaus abzuläug- 
nen scyn möchte, auch nur rücksichtlich mancher seiner Ver- 
kürzungen und der grossen Rundung der Gegenstände. Vasari 
jedoch sagt von solcher Meisterschaft kein Wort, sondern er- 
wähnt bloss das Illartyrthunr des Apostelfürsten bei den schwar- 
zen Mönchen und bemerkt, die. eine Henkerfigur sci aus einem 
Gemälde Coreggifs in S. Gio. zu Parma entlehnt. WVie 
es sich nun auch mit N icco in's Meisterschaft verhalten möge, 
in seinen Wandbildern zu Modena, welche unter seine ersten 
Arbeiten gezählt werden, spricht sich seine Begeisterung für 
die römische Schule deutlich aus. Dasselbe muss man auch 
von seinen zwölf Wandbildern nach den zwölf Büchern der Ac- 
neis sagen, welche in Rocca di Candiano ausgesagt jetzt die 
herzogliche Gallerie schmücken und schon allein seine Treff. 
lichkeit in Figuren, Landschaft, Bauwerk, Thieren,.kurz allem, 
was einem trefllichen Anhänger Raff aelßs zum Lobe gerei- 
chen kann, beweisen. Als er in reifern Jahren sich in Bologna 
niederliess, malte er unter dem Säulengangeder Lecni eine 
Geburt U. H. dergestalt, dass ich weder in Raffaellino dcl 
Berge, noch einem andern in Rom Gebildeten so viel Aehnlich- 
keit mit dem Meister der Schule entdecken habe können, als 
in ihm. Ich weiss, dass ein grosser Künstler zu sagen pflegte,
        

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