Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1293694
II. K, II. Zeifr. RaHaelisten u. Coreggisten im 16. Jahrh. 
275 
von ihm gehörig gesprochen werden; dqch malte er auch in 
Modena, Reggio, Carpi, Coreggie und aus diesen Orten er- 
Wuchsen ihm auch Jünglinge, die im Verzeichnis seiner Schü- 
ler schicklichern Orts sollen genannt werden. So gewann er 
früh Einfluss auf die modeneser Schule und galt "als Meister, 
dessen Styl man löblich befolgen und entweder ganz nachah- 
men, oder mit dem Raf f aelschen verbinden könnte. 
Dies geschah besonders nach seinem Tode, wo sein Ruhm 
wuchs, und was er nur Gutes in der Hauptstadt und den um- 
liegenden Städten hinterlassen hatte, nach und nach von den 
Herzügeu von Ete in ihrer Gallerie gesammelt wurde, wo es 
lJeinah bis in die Mitte dieses Jahrhunderts blieb  Modena. 
wurde damals häufig von Malern aus allen Ländern besucht, 
welche jene göttlichen Urbilder copirten und ihre Kunst er- 
forschten. Auch die Landsleute ermangelten nicht, sie zu nü- 
tzen, und in jedem dieser Künstler finden sich Spuren ihrer 
Nachahmung. Gleichwol scheint, wenn von den ersten und äl- 
testen die Rede ist, ihre Vorliebe und ihr Genius sich entschie- 
dener Raffael und dem römischen Style zugewenllet zu haben, 
sei es nun, weil Ausländisches mehr als lnländisches geschätzt 
wird, oder weil nur Pellegrino's Nachfolger lange die Ju- 
gend zu unterrichten furtfuhren und in dieser Gegend in Ruf 
standen. 
Es wärc für die Geschichte einer so trefllichen Schule wol 
111 wünschen, dass man uns sagte, von wem viele Meister, 
welche um die Mitte des Jahrhunderts und weiterhin blühten, 
gebildet worden. Einigermassen kann dies Schweigen der Ge- 
schichte durch Beobachtung des Styls vergütet werden, welcher 
in nicht Wenigen so Raffaelisch ist, dass man wahrschein- 
lieh annehmen kann, sie haben, wenn nicht aus Munari selbst, 
mindestens aus den Taraschi, die seiner Schule folgten, ge- 
Sßhöpft. Von Gaspare Pagani, der auch Bildnismaler war, 
ist nur das Bild in S. Chiara, von Qirnlamo da. Vignola. 
einige Wandbilder in S. Piero. Beide sind RaffaePs Nach- 
ahmer, der zweite aber der glücklichste seiner Zeit. Als tüch- 
L 
l) Franz lll, verkaufte dem Dresdner Hofe Inuniiert Bilder , dar- 
"mßr fünf von Coreggiß, für 130,000 Zecchiuen, die in Venedig 
ßßschlagen wurden. L.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.