Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1291160
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Oberitaliexx. 
"Venediger 
Schule. 
gewiss, dass Einige, allzusehr für ihn eingenommen, ihn dem 
Masaecio als Förderer der Kunst vorgezogen, ein Unpartei- 
ischer aber ihn diesem sehr nahe stellen muss. Was er in Ve- 
nedig und Rom gemalt, ist alles untergegangen. ln Verona 
ist wenig von ihm; vernichtet schon jener selbst von Vasari 
bis zum Himmel erhobene heil. Eustachius, und beschädigt 
durch die Zeit seine Verkündigung in S. Fermo; wo jedoch 
ein bewundernswürdig perspectivisches Gebäude angebracht ist. 
Zu Perugia, in der Saeristei der Franciscanerkirche, sind einige 
kleine, miniaturmässig ausgeführte Bilder aus des heil. Bernar- 
dino Leben; sie sind jedoch hart in der Farbe und die Figu- 
ren ungewöhnlich lang und hager. Der Wegweiser durch Pe- 
rugia giebt sie für Pisanell0's Arbeit aus, aber ohne Be- 
weis; ich halte sie, laut der Unterschrift 1473 auf einem, für 
Arbeit eines Andern. Er wird von Facia (S. 47) als ein Mann 
von beinahe dichterischem Geist im Ausdruck gelobt, und man hat 
von ihm eine Abhandlung über ein Zerrbild, womit Vittore die 
Geschichte Friedrichs des Rothbarts im herzoglichen Palaste 
zu Venedig witzig ausstattete; auch heisst es in jener Lob- 
redc, als Pferde- und Thiermaler überhaupt habe er Jeden über- 
troffen. Alterthumskundigen ist er wohlbekannt; in den Mu- 
seen finden sich von seiner Prägung viele Fürstendenkmünzen, 
die ihn gleich sehr, oder auch mehr, als seine Gemälde, em- 
pfahlen, und ihm Guarinoßs, Vespasiano Strozzavs, 
ABiondMs und anderer ausgezeichneter Gelehrten" Beifall er- 
warben. 
Damals lebte im benachbarten Vicenza ein Jaeopo Tin- 
torello, der dem Vittore in der Farbengebung sehr ähn- 
lich, in der Zeichnung aber minder gebildet war, wie man in 
einer Dornenkrönung U. H. in S. Corona sieht, einem Bilde, 
das doch jener Schule Ehre macht. Weit mehr ehrt sie aber 
eine Erscheinung in S. Bartolonxmeo von Marcello Figo- 
lino, welchen Ridolfi unter dem Namen Gio. Batista er- 
wähnt, und der, wie er sagt, zur Zeit der beiden Monta- 
gna malte. Doch musste er damals betagt seyn, wenn es 
Wahr ist, dass er früher als Bellini geboren V1). Dieser hat 
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Viccnza
        

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