Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1293679
II. Zeitr. 
Raffaelisten u. Coreggisten im x16. Jahrh. 
273 
in jeder Ader und jedem Nerv gearbeitet waren. Weit aber 
übertraf ihn Antonio Begarelli, vielleicht sein Schüler, 
der mit seinen Bildhauerarbeiten in und über Lebensgrösse fast 
alle andern ausgelöscht hat. Die Benedictiner haben einen 
Schatz derselben in der Kirche und im Kloster. Er lebte lange 
und füllte jene Kirchen mit Grabmälern, Krippen, Druifeln, 
oder Gruppen, Standbildern, dessen nicht zu erwähnen, was er 
in Parma, Mantua und anderwärts gearbeitet. Vasari lobt 
an ihm „das schöne Ansehen der Köpfe, die schönen Zeuche, 
das wundersame Verhältnis, die Marmorfarbe," und erzählt, 
"dem Buonarroti haben sie so treillich geschienen, dass er 
gesagt habe: wehe den alten Standbildern, wenn diese Erde 
Marmor würde!" Ich weiss nicht, welch grösseres Lob man 
einem Künstler ertheilen könnte, wenn man zumal bedenkt, 
Welch ein tiefer Kenner und karger Lobspreeher Buonarroti 
war. Endlich muss noch bemerkt werden , dass Begarelli 
auch ein seltener Zeichner und Zeichnen-, wie Bildnerkunst- 
lehrer war. Darum hatte er Einfluss auf die Malerei, und von 
ihm will man grösstentheils die Richtigkeit, die Rundung, die 
Kunst der Verkürzung, die, beinah hätt' ich gesagt Raff ßel- 
sehe Kunst abgeleitet wissen, wodurch sich dieser Theil der 
Lombardei ausgezeichnet hat.  
Zweiter 
Zeitraum. 
Im sechzehnten Jahrhundert werden R af f ael 
gio nachgeahmt. 
und Coreg- 
Dies nun waren die Vorarbeiten in allen diesen Ländern, die 
Wir bisher betrachteten; das Beste waren freilich die natürli- 
ßhen Anlagen der Jünglinge; von welchen der _CardÄ Alessan- 
d") von Este, wie Tiraboschi anfiihrt, sagte, sie wären 
für die Kunst geboren. Und in der That spricht dafür das 
Sechzelmte Jahrhundert vollkommen; denn wenn damals jede 
italische Landschaft einige tüchtige Maler gab, so lieferte dieser 
kleine Strich soviel, dass sie allein ein grosses Reich schmük- 
km1 würden. Ich beginne mit Modena selbst. Keine lombar- 
I], 3m  S
        

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