Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1293644
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Oberilalien. 
Modeneser 
Schule. 
Landhause des Herzogs von Parma, ist, Thaten des heil. Petrus 
lllartyr, sehr anmuthig und gut egemalt. Bartolornmeo 
Bonasia, ein treillieher Täfcler, war zugleich Maler und hin- 
terliess ein Bild im Kloster S. Vincenzc. In Sassuolo sind 
auch Arbeiten von Raffaello Calori aus Modcna, die 1452 
anfangen und 1474 enden; und bei den- dortigen Kapuzinern 
ist eine Madonna im besten Styl jener Zeit, wo er dem Herzog 
Borsa diente. Später blühte Francesco Magagnolo, der 
um das angehende 16. Jahrhundert starb, einer der ersten, der 
Gesichter malte, welche den Besehaucr in jedem Standorte an- 
zusehen schicnen 5). Seine Zeitgenossen scheinen gewesen zu 
seyn Cecchino Setti, von welchem, nachdem alle Altarbil- 
der untergegangen, nur noch Altarverzierungcn im besten Ge- 
schmack übrig sind. Nicoletto von Modena G), Maler und 
einer der ältesten Kupferstechcr, dessen Stiche man in Cahinets 
sehr sucht und an die Spitze der Sammmlungen stellt; Gio. 
Munari den die Gesehichtsehreibcr loben und seines Sohne; 
und Schülers Pellegrino Name ehrt; endlich Francesco 
Bianchi Ferrari, gestorben 1510. Ihm hat man die Ehre 
angethan, Coreggiws Lehrer gewesen zu seyn, was doch 
nicht so ganz ausgemacht ist. Ein Bild von ihm war weiland 
in S. Francesco, ziemlich weich, jedoch etwas trocken und 
mit nicht gehörig rund gezeichneten Augen. 
Auch in den übrigen kleinen Hauptstädten der Umgegend 
lebten verdiente Maler. Reggio hat noch eine Madonna von 
5) Damit sind wohl Gesichter ganz en fzzce gemeint, welche von 
jedem Gesiehtspunet aus den Bcschauer anzusehen scheinen. Die äl- 
Iern Künstler, welche mit Licht und Schatten nicht umzugehn wuss- 
ten, fanden es sehr schwierig, in einem von vom gesehenen Kopfe 
die hervorstehenden Formen, besonders der Nase, deutlich hervorzu- 
heben und vermieden diese Ansieht soviel als möglich. Nur die so- 
genannten Schweisstuch-Angesichter des l-leilauds sind wol die älte- 
sten facevKöpfe. In alten Mosaikhildern findet man jedoch häuiig 
Köpfe en frrce. Q. 
6) Man glaubt, der Familienname des Nicoletto da Modena. 
sei Rosco gewesen, weil er diesen Namen auf einigen Blättern zu 
dem Vornamen hinzufügt und andere Illale wieder nach Nieoletto 
ein Blumentöpfchen mit zwei Rnsenzweigen hinzu zeichnete. (Er ver- 
änderte sehr oft seine Namenshezeiehnung, so wie auch seine Ma- 
nier. Lanzi hat sehr Unrecht, ihn unter die ältesten Stecher zu 
zählen; denn man hat Blätter von ihm, die mit dem Jahre 1512 he- 
zeichnet sind. S. Bartsch Peintre Gmveur VoLXIII, p, 252. Q.
        

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