Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1293638
Modeneser Schule. 
Erster Zeitraum. 
Die Allen. 
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Werk, das von einem Schriftsteller den Giottischen verge- 
zogen wird; und ausserdem ein Gottessehrein, wie sie es nen- 
nen, des Serafino de'Serafini von Modena, welcher meh- 
rere Brustbilder und ganze Figuren, auch mit dem Namen des 
Verfcrtigers und dem Jahre 1385 enthält. Er ist im Dom der 
Stadt, und der Hauptgegenstand ist. die Krönung U. L. F. 
Die Composition ist der des Giotto und seiner Schule höchst 
ähnlich, dessen Style sich das Bild mehr als irgend einem an- 
schmiegt, nur dass die Figuren stärker und so zu Sagen wohl- 
genährter, als die florenzer sind. Wer den Ursprung dieer 
Äehnlichkeit aufsuchen will, der bedenke, dass Giottu nicht 
nur in dem nahen Bologna, sondern auch in Ferrara arbeitete, 
einer Stadt, die mit Modena damals unter denen vom Hause 
Este stand, so dass eine Stadt leicht der andern Lehrerin seyn 
und Muster bieten konnte. 
Vasari bemerkte in Modena einige" alte Gemälde in S. 
Domenico (hätte (lergleichen auch bei den Benedietinern und 
anderwärts sehen können), woraus er schloss, es habe zu allen 
Zeiten treflliche Künstler gegeben. Ihre dem Vasari unbe- 
kannten Namen sind zum Theil aus Handschriften gesammelt 
worden und sind ein Tommaso Bassini4) von welchem 
man nicht wciss, wann er gelebt, noch eine Arbeit kennt; 
und einige aus dem funfzehnten Jahrhundert, deren Zeig; auch 
an das goldene Jahrhundert rührte. Da gab es einen Andrea 
Camp ana, von lwelchem eine, jetzt ihm wegen der Anfangs- 
buchstaben des Namens" zugeschriebene Arbeit in Colorno, einem 
L 
4) Diese Nachweisung aus Tiraboschi spricht nicht für den P. 
Federici, welcher sagt, im 14. Jahrhundert habe man die Namen 
verstümmelt, und mehrere Beispiele anführt Vol, I, p,'53. Sn 31'- 
klärt er denn, Buzzaccarixio sei zu Bizzarrinofläarisinn, 
Borasino geworden, oder zu was für einem andern hässlichen tre- 
viser Hiorte. XVarunI konnte denn in Modena nicht ßas sin 0 dar- 
aus werden! Und wenn man nun auf TiraboschPs Denkmalen 
Tülllmasn rli Bassinnvla Maxima lieset und darin jeder den Namen 
des Mülgfß, des Vulerg , des (ieburtslandes sieht, aus welchem der 
Künstler siammen will, warum soll man denn, wenn man auf Ge- 
mälden Ihuunaso di Barisina a Bvrisino lla [llodena lieSet, glauben, 
das lelzle- sei Familienname, besonders da damals Familien mit einem 
Zunamen so selten waren! Tommasß wollte also für einen Mode- 
neser gelten und wurde dies ein Zuname seiner Familie in Trevigi, 
S0 geschah das später und er wusste davon nichts. L.
        

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