Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1290546
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1293595
Dritter Zeitr. Verfall d.m. Schule. 
Stift. einer Akademie. 
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Privatsammlungen genug, die Sehaulust gebildeter Fremden 
viele Tage lang zu unterhalten. 
Aber sie brachte auch selbst geschickte Maler hervor, wie 
Venusti, Manfrerli und Facchetti, von welchen drei 
Malern, weil sie in Rom lebten, bei dieser Schule gesprochen 
wurde; so wie Giorgio del Grano, ein angeblicher Mantua- 
ner, in der parmesaner, und Andrea Scutellari, der sich 
dort niederliess, in der cremoner ihre Stelle iinden werden. 
Einer von denen, welche in ihrer Vaterstadt lebten, ist Fran- 
cesco Borgani; welcher aus Parmigianino's Gemälden 
sich einen lieblichen Styl bildete, worin er nicht wenig Ge- 
mälde in S. Pietro, S. Simone, S. Croee und mehrern andern 
Orten ausführte, und welcher bekannter zu seyn verdiente, als 
er ist. Er blühte bis in die zweite Hälfte des vorigen Jahr- 
hunderts.  
Um diese Jahre kam aus Parma noch jung Gio. Canti 
nach Mantua, dessen Verdienst in den Gallerien aufgesucht 
seyn will, wo Landschaften und Schlachten von ihm, nicht in 
den Kirchen, wo seine Bilder allerdings mittelmässig sind; 
ein Mann, der seine Tüchtigkeit in Schnelligkeit setzte. Sein 
Schüler war Schivenoglia, oder Franeesco Bainieri, 
in Schlachten, wie Landschaften gleich tüchtig, grösser al Vder 
Meister in Zeichnung, geringer im Colorit. Ein guter Land- 
sehafter, und mehr in Wand- als _Oelbildern, war Gio. Ca- 
dioli, Beschreiber der Bilder in Mantua, welcher in diesem 
Jahrhundert dort die Zeichnenakademie stiftete und ihr erster 
Leiter war.   
Gi o. B azzani, CantVs Schüler, hatte glücklichere An- 
lagen zur Malerei, als sein Meister und bildete sie durch Kennt- 
nisse, wie durch Copiren der besten Muster aus. Vor allen 
Studirte er Rubens, dessen Bahn er zeitlebens zu folgen be- 
müht war. Er hat nicht wenig in Mantua und in der benach- 
barten Abtei, besonders auf Kalk gemalt, und immer auf eine 
Pbantasiereiche, leichte, lebendige Weise, welche seinem Kopf 
Ehre macht. Diesen sprechen ihm alle in reichlichem Maase 
111; weil er aber lahm und kriinklich war, konnte er nicht ar- 
beiten wie er wollte und die von Canti angenommene Eil 
Verringerte ohnedies den Werth seiner Arbeiten. 
Giuseppe Bottani, ein Cremoncr, liess sich, nachdeiu
        

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